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Opel weitet Rückruf wegen GM-Desaster aus

03.04.2014 | 09:34 Uhr |

Von der erneuten Ausweitung des General-Motors-Rückruf ist auch dessen deutsches Tochterunternehmen Opel betroffen. Allerdings in deutlich kleinerem Ausmaß. Anders als in den USA soll es in Deutschland noch keine (tödlichen) Unfälle gegeben haben.

So teilten die Rüsselsheimer auf unsere Anfrage mit, dass Opel Im Rahmen der bereits angekündigten amerikanischen GM-Rückrufaktion bezüglich Zündschaltern den Rückruf von Modellen des Typs GT auf alle Modelljahre ausweitet. Der Grund sei, dass eventuell fehlerhafte Zündschalter bei Reparaturen verwendet wurden.

Bislang waren laut Opel rund 2300 Einheiten des Roadsters GT des Modelljahrs 2007 in Europa betroffen. Die Kunden wurden informiert. Inklusive der jetzt in den Rückruf aufgenommenen Modelljahre 2008 bis 2010 erhöht sich die Zahl der betroffenen Fahrzeuge auf 7450.

Der von dem Rückruf betroffene Opel GT wurde nur von 2007 bis 2010 verkauft, wobei der Schwerpunkt in den ersten beiden Verkaufsjahren lag. Der klassisch gebaute Roadster (Frontmotor, Heckantrieb) teilt sich mit den GM-Modellen Saturn Sky und Pontiac Solstice die Technik und ist deshalb von den GM-Problemen betroffen.

Opel liegen nach eigenen Angaben keine Informationen über Zwischenfälle oder Verletzungen vor, die in Zusammenhang mit dem Opel GT-Zündschalter zu bringen wären. Darüber hinaus sind keine anderen Opel-Modelle von diesem Rückruf betroffen.

Bis der Zustand behoben ist, sollten die Kunden nur den Zündschlüssel und nichts anderes am Schlüsselring befestigen.

Überblick: Alle wichtigen Rückrufe der letzten Zeit

Opel will seine Kunden schnellstmöglich kontaktieren. Die Opel-Händler werden die Zündschalter kostenfrei austauschen.

Hintergrund: Der Riesen-Rückruf von General Motors

Das Rückruf-Desaster von General Motors nimmt immer größere Ausmaße an. GM musste die Anzahl der wegen ernster technischer Mängel in die Werkstätten zurückgerufenen Fahrzeuge immer wieder erhöhen, mittlerweile sind 6,3 Millionen GM-Fahrzeuge betroffen. Zu dem ursprünglichen Problem mit dem anfälligen Zündschloss (das während der Fahrt in die „Aus“-Stellung zurück springen kann, wodurch unter anderem Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags deaktiviert werden) gesellte sich noch ein weiteres Problem mit der Servo-Lenkung, die ebenfalls während der Fahrt ausfallen kann. Aufgrund der Probleme gab es mindestens 13 Tote, wobei US-Verbraucherschützer von noch deutlich höheren Zahlen ausgehen.

Die Kritik entzündet sich jedoch nicht nur an den Defekten selbst, sondern ganz besonders auch an der Tatsache, dass GM schon viele Jahre, wohl sogar bereits ein ganzes Jahrzehnt lang, von den sicherheitsrelevanten Problemen wusste, aber nichts dagegen unternahm.

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Obendrein wurde nun bei der Anhörung vor den US-Kongress bekannt, dass der Austausch eines defekten Zündschlosses weniger als 1 Dollar pro Auto gekostet hätte. General Motors war das aber anscheinend zu teuer – und so kam es zu den tödlichen Unfällen.

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