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unitedprint klagt Vistaprint

01.05.2009 | 14:08 Uhr |

Der Online-Druckspezialist unitedprint.com SE konnte sich gegenüber dem US-Rivalen Vistaprint nach einem jahrelangen Softwarepatent-Rechtsstreit erfolgreich durchsetzen.

In seiner Begründung zugunsten unitedprints verwies das deutsche Bundespatentgericht darauf, dass die eingereichte Klage wegen mangelnder Patentfähigkeit geltend gemacht werden kann und ein sogenannter Nichtigkeitsgrund vorliegt. Damit wurde dem Versuch Vistaprints eine Abfuhr erteilt, sich in Europa auf eine "eigene erfinderische Leistung" zu berufen. Inhaltlich ging es in dem bereits 2004 erteilten Patent um "Verfahren und Vorrichtung zur Erstellung einer Druckvorlage". Mit der Beschreibung technischer Verfahren strebte Vistaprint an, den Markt abzuschotten und seine Marktstellung auszubauen. Damit sind die Pläne des "Aggressive Growths" von Vistaprint-Chef Robert Keane gescheitert. Für die gesamte europäische Softwareindustrie bedeutet das bereits am 25. März vom Gericht veröffentlichte und erst seit kurzem rechtskräftige Urteil "ein positives Signal", wie auch das Wirtschaftsportal Markenpost.de schreibt. Unter der sperrigen Registriernummer "EP0852359B1" hatte sich Vistaprint ein umfangreiches europäisches Patent eintragen lassen, das für Mitbewerber erschwerte Rahmenbedingungen bedeutete.

Somit wurde es in der heiß umkämpften Branche für Unternehmen immer schwieriger, mit Angeboten der Online-Druckerei mitzuhalten. Eine Wettbewerbsverzerrung drohte. "Wir begrüßen die Entscheidung und sehen darin einen weiteren Schritt der Liberalisierung der europäischen Gesetzgebung hin zu einem fairen und offenen Markt", unterstreicht Klaus Sauer, geschäftsführender Direktor bei unitedprint, gegenüber pressetext. Den europäischen Geschäftserfolg führt das Unternehmen trotz der gewonnenen Klage vor allem auf die "gute alte, aber nie aus der Mode gekommene Dienstleistung" zurück. Die aktuellen Geschäftskennzahlen geben der auf Expansionen ausgerichteten strategischen Positionierung von unitedprint Recht.

Die Druckerei mit Sitz in Köln sowie im sächsischen Radebeul ist eine 100-prozentige Tochter der unitedprint.com SE. Mit Standorten in 22 Ländern zählt das Unternehmen derzeit zu den europäischen Marktführern im Bereich web2print. Der Mutterkonzern unitedprint.com SE beschäftigt derzeit über 500 Angestellte und betreibt unter anderem die Online-Druckportale print24, firstprint, getprint, printwhat und easyprint. Den eigenen Wettbewerbsvorteil sieht man vor allem in der modernen Technologie, mit der inzwischen auf über 10.000 Quadratmetern Fläche produziert wird. Trotz globaler Finanzkrise und Investitionszurückhaltungen seitens der Unternehmen wirbt unitedprint mit dem eigenen Leitsatz "höchste Produktqualität zum günstigsten Preis". (pte)

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