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eco zeigt Grenzen des Internets auf

13.09.2008 | 14:09 Uhr |

Der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft warnt vor der wachsenden Knappheit von IPv4-Adressen und kritisiert die Energieverschwendung in Rechenzentren.

Auf einem Kongress in Köln sprach der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft über die Grenzen des Internets und warnte vor Engpässen. Die Infrastruktur zähle dabei zu den knappsten Ressourcen und müsse daher so schnell wie möglich ausgebaut werden. Die Gründe dafür lägen jedoch nicht in der stärkeren Nachfrage nach Breitbandanschlüssen und hätten auch nichts mit dem steigenden Internetverkehr zu tun: „Es ist richtig, dass das Internet wächst - in manchen Ländern um 100 bis 200 Prozent pro Jahr. Richtig ist auch, dass es Hardware-Limits gibt, die die Skalierung der Internet-Infrastrukur erschweren. Aber diese Probleme sind längst adressiert und werden gelöst“, erklärte Frank Orlowski, Director Business Development bei DE-CIX .

Problematischer sei hingegen die Energieeffizienz und die Knappheit des aktuell genutzten IPv4-Adressraums: „Heute haben wir vier Milliarden Adressen und die Vergabestelle IANA geht davon aus, dass ab 2011 keine IP-Adressen mehr vorhanden sind. Ein echtes Horrorszenario ist, dass IPv4-Adressen aufgrund ihrer Knappheit an Wert gewinnen oder sogar versteigert werden“, befürchtet Harald A. Summa, Geschäftsführer des eco. Mit der IPv6-Technologie stünde bereits ein Nachfolger in den Startlöchern. Die Provider hätten es jedoch bis jetzt verschlafen, eine entsprechende Migration vorzunehmen. Der eco Verband fordert daher eine baldige Umstellung der Netze auf den neuen Adressraum.

Auch das zweite Problem, die Energieverschwendung in Rechenzentren weltweit, wurde vom eco angekreidet. Lediglich dreißig Prozent der Energie in einem Rechenzentrum könnten für die IT-Leistung genutzt werden, siebzig Prozent werden für die Stromerzeugung und Kühlung benötigt: „Dazu kommt, dass rund siebzig Prozent der zur Verfügung stehenden Ressourcen alleine dafür verwendet werden, die Systeme am Laufen zu halten. Auf Veränderungen in der Technologie und am Markt kann auf diese Weise natürlich niemand reagieren.“, so Dr. Dieter Schramm, Practice Executive bei Dell Global Service .

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