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Online-Zensur in China wird verschärft

27.09.2005 | 14:10 Uhr |

Die chinesische Regierung kündigt schärfere Zensurmaßnahmen gegen Online-Medien an.

In China wird es immer schwieriger, an unabhängige Nachrichten zu kommen. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua verlautbart, die Regierung in Beijing wolle neue Regeln für Online-Medien einführen. Dadurch sollen nur noch "gesunde und zivilisierte" Nachrichten erhältlich sein.

Damit fügt China weitere Steine in seinen Schutzwall gegen die Informationsfreiheit im Internet ein - der außerhalb Chinas in Anlehnung an die Chinesische Mauer auch gerne als "Great Firewall of China" tituliert wird. Die neuen Regeln sollen den Umgang mit Nachrichten und Informationen standardisieren und ab sofort gültig sein, meldet Xinhua.

Die Staatsagentur zitiert einen Sprecher des Informationsministeriums, der gesagt haben soll, es sei für die ökonomische und soziale Entwicklung des Landes wichtig, dass keine Nachrichten publiziert würden, die seine Bürger in die Irre führen könnten. Es dürfen nur noch offiziell genehmigte Nachrichten veröffentlicht werden. Die Regelungen gelten für alle Geräte mit Internet-Zugriff, einschließlich Mobiltelefone.

In diesem Zusammenhang wurden viele Internet-Cafés geschlossen. In Shanghai wurden Überwachungskameras installiert und Besucher von Internet Cafés müssen nun ihren Personalausweis vorzeigen. Die Regierung drohte kürzlich auch damit, nicht registrierte Web-Seiten und Blogs zu schließen.

Die Organisation " Reporter ohne Grenzen " hat mit dem "Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten" einen Leitfaden veröffentlicht, der Bloggern und Journalisten in Ländern mit restriktiver Informationspolitik helfen soll Zensur und Filtermechanismen zu umgehen. Das Handbuch ist in fünf Sprachen erschienen und kostenlos als PDF-Datei erhältlich.

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