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Youtube setzt auf Flash statt auf HTML5

01.07.2010 | 12:41 Uhr |

In einem umfangreichen Blog-Eintrag legt Youtube die Vorteile von Flash gegenüber dem HTML 5 Video-Tag bei der Verbreitung von Videos dar.

In dem Blog-Eintrag weist Youtube darauf hin, dass die bei Youtube abgelegten Player auch via dem eigenen HTML5-Player abgespielt werden können, wenn der Browser den HTML5 Video-Tag unterstützt. Der HTML5 Video-Tag wird als ein großer Schritt vorwärts für die offenen Webstandards bezeichnet. Dennoch werde aber die Adobe Flash Plattform weiterhin eine kritische Rolle bei der Video-Distribution spielen. "Das <video>-Tag erfüllt nicht alle Ansprüche, die eine Site wie Youtube stellt", so der Youtube Software-Entwickler John Harding.

Harding verweist darauf, dass jede Minute bei Youtube um die 24 Stunden Videomaterial hochgeladen wird. Die Masse an Videos mache es erforderlich, die Zahl der unterstützten Video-Formate möglichst gering zu halten, zumal man die Videos auch mit unterschiedlicher Qualität ausliefern muss. Seit 2007 setzt Youtube für das Encodieren von Videos den H.264 Codec ein, den auch der Flash-Player und mobile Geräte, wie das iPhone und Android-Handys, unterstützen.

Bisher hätten aber Bedenken über Patente und Lizensierung von H.264 viele Browser-Hersteller daran gehindert, H.264 direkt zu unterstützen und habe auch dafür gesorgt, dass der HTML5-Standard nicht die Unterstützung für dieses Format festgelegt hat. Dar das Web aber ein offenes Videoformat benötigt, unterstützt man von Seiten von Youtube auch das Google-Projekt WebM , wo der VP8-Codec als Open-Source-Projekt weiterentwickelt wird. Die Browserhersteller Opera, Mozilla und Google haben bereits eine Unterstützung von WebM angekündigt und Youtube hat bereits mit der Auslieferung von Videos im WebM-Format begonnen. Auch Adobe will den Video-Codec VP8 für WebM in einer späteren Flash-Player-Version unterstützen.

Neben dem Video-Format spielen für Youtube auch das Video-Streaming und die Möglichkeit, die Videoinhalte zu schützen eine wichtige Rolle. Außerdem wollen Anwender die Videos auch im Vollbildschirm ansehen, was bisher nur über Flash und nicht über HTML5 möglich ist. Letztendlich spiele aber auch die Unterstützung von Webcams und Mikrofonen eine wichtige Rolle, die bisher nur die Flash-Technologie biete. Mittlerweile besitzt jedes mobile Telefon über eine Kamera.

"Die Video-Unterstützung in HTML5 ermöglicht es uns, Video-Inhalte an Rechner und andere Geräte auszuliefern, die den Flash-Player nicht unterstützen. Es erfüllt aber nicht alle unsere Bedürfnisse. Derzeit bietet Adobe Flash die beste Plattform für uns", so Harding.

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