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Konkurrenz zieht YouTube hinterher

16.05.2009 | 14:32 Uhr |

Die Google-Tochter YouTube hat ihre klare Vormachtstellung bei Online-Videos einmal mehr unter Beweis gestellt. Allerdings ist ihr die Konkurrenz auf den Fersen und holt dank explosionsartiger Wachstumszahlen deutlich auf.

So prescht der zweitgrößte Anbieter Hulu , spezialisiert auf Streaming von TV-Serien und Filmen, im Jahresvergleich mit einem Plus von 490 Prozent vor, wie das Medienforschungsunternehmen Nielsen Online aufzeigt. Gegenüber dem 58 Prozent hohen Anteil von YouTube an den im April 9,5 Mrd. gestreamten Videos erscheint Hulus Marktpräsenz mit nur 3,9 Prozent zwar marginal. Dennoch ist das Volumen bei dem Anbieter in den vergangenen Monaten beständig auf nunmehr über 373 Mio. betrachtete Videos gewachsen. Zugleich stellt Hulu die von Nielsen veröffentlichten Besucherzahlen in Frage. Dabei geht es um Mio.-Beträge für Online-Videowerbung.

Angesichts der von Nielsen vorgelegten Wachstumsraten wirft Hulu dem Medienforschungsunternehmen eine klare Unterbewertung der Seite vor. Dadurch werde das Bild des Anbieters bei Werbetreibenden und Medienvertretern verzerrt. Obwohl die Nutzung von Video-Streams bei Hulu etwa im Vergleich zum Vormonat März auch Nielsen zufolge um 7,1 Prozent gestiegen sein soll, seien die Besucherzahlen (Unique Visitors) von 9,5 Mio. im Februar über 8,9 Mio. im März auf 7,4 Mio. User im April geschrumpft. Dem gegenüber stehen darüber hinaus Zahlen des Marktforschungsunternehmens comScore , das bei Hulu im März statt knapp neun Mio. Unique Visitors mit 42 Mio. mehr als das Vierfache an Besuchern gezählt hat. Bis Redaktionsschluss dieser Meldung liegt pressetext auf Anfrage bei Nielsen USA noch keine Stellungnahme vor.

Angesichts der Daten ortet Hulu eine Schädigung seines tatsächlichen Werbewerts. Zwar nimmt die Online-Videobranche nur einen winzigen Anteil der gesamten Werbeausgaben im Internet ein, schreibt die New York Times. Nach Angaben der Marktforscher von eMarketer steigen die Budgets in diesem Jahr dennoch auf ein Volumen von immerhin rund einer Mrd. Dollar. Als zweitgrößter Marktteilnehmer könne sich Hulu ein entsprechendes Stück vom Kuchen abschneiden. Dessen Größe stehe und falle jedoch mit Zahlen wie jenen von Nielsen oder comScore. Darüber hinaus, meinen Experten, werde die gesamte Branche durch eine Unterbewertung ihrer Erfolge geschädigt. Dadurch sinke die Bereitschaft unter den Werbetreibenden, in den Bereich Online-Videowerbung zu investieren. (pte)

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