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Keine Einzelfälle beim illegalen Datenhandel

18.02.2009 | 16:23 Uhr |

Fast zwei Drittel der Teilnehmer einer Online-Umfrage glauben nicht, dass die bekannt gewordenen Fälle von illegalem Datenhandel lediglich Einzelfälle sind. Viele fordern schärfere Gesetze.

Bei praktisch jedem Gewinnspiel, online oder offline, sowie beim Ausfüllen von Kundenkarten für Rabattsysteme unterschreiben Sie, dass Sie mit der Weitergabe Ihrer Daten für Werbezwecke einverstanden sind. Die Folge sind unerwünschte Werbeanrufe, mit Prospekten verstopfte Briefkästen oder gar illegale Abbuchungen vom Bankkonto. Eine aktuelle Online-Umfrage zeigt, dass vielen die Zusammenhänge durchaus klar sind.

Der Antivirushersteller Avira aus Tettnang hat 4756 Besucher seiner Website free-av.de zu ihrer Meinung über die jüngsten Datenskandale befragt. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) sind der Meinung, dass die Geschäfte mit der illegalen Weitergabe persönlicher Daten nicht neu sind und früher nur nicht bekannt wurden. So fordern 25 Prozent schärfere Gesetze gegen den Datenhandel, lediglich fünf Prozent der Verbraucher sorgen sich nicht um ihre persönlichen Daten. Sie meinen, es handele sich um Ausnahmen.

Zu den persönlichen Daten zählen laut EU-Datenschutz-Richtlinie alle Informationen über eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person. Wie Rainer Witzgall, Vizepräsident von Avira, erläutert, gehören praktisch alle Datenspuren, die man im Alltag hinterlässt, zu diesen geschützten personenbezogenen Daten. Es sei in der heutigen digitalen Welt kaum noch möglich keine Datenspuren zu hinterlassen. Wie die Unternehmen mit den Daten umgingen, sei ein firmeninterner und nach außen nicht transparenter Prozess.

Witzgall fordert eine Kombination aus rechtlichem Schutz, aufgeklärten Konsumenten und sich selbst beschränkenden Unternehmen als ersten Schritt, damit die Privatsphäre nicht zum Opfer technischer Entwicklungen und wirtschaftlicher Interessen werde.

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