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Bundestrojaner schürt Angst vor Überwachungsstaat

08.11.2007 | 15:52 Uhr |

Staatliche Überwachungsmaßnahmen im Internet verursachen bei vielen Bürgern erhebliches Unbehagen. In einer Online-Befragung sprechen sich fast 70 Prozent der Teilnehmer gegen Internet-Kontrollen durch Behörden aus.

Der Antivirus-Hersteller Avira aus Tettnang hat die Besucher seiner Website im Oktober zu ihrer Meinung über den so genannten "Bundestrojaner" befragt. Knapp 3000 Internet-Nutzer haben an der Umfrage teilgenommen und ein deutliches Votum abgegeben. Eine klare Mehrheit sieht Deutschland auf dem Weg in einen Überwachungsstaat.

Immerhin 69 Prozent der Befragten halten die Online-Überwachung von Festplatteninhalten für einen unangemessenen Eingriff in die Bürgerrechte. Etwas differenzierter sehen das noch 13 Prozent, die einen sehr gezielten Einsatz staatlicher Spitzelprogramme akzeptieren. Nur neun Prozent machen sich überhaupt keine Gedanken darüber und sind weiterhin der Meinung, wer nichts zu verbergen habe, müsse sich auch keine Sorgen machen.

Tjark Auerbach, Gründer und Geschäftsführer von Avira, erklärt, Trojanische Pferde seien für eine Antivirus-Software gleich, ob sie nun vom Staat oder von Kriminellen erstellt würden. Sollte der so genannte Bundestrojaner charakteristische Merkmale von Schadprogrammen enthalten, was nahezu unvermeidlich sei, würde ein Virenscanner ihn durch heuristische Prüfverfahren auch erkennen.

Wie auch andere Mitglieder der Initiative "IT Security Made in Germany" ( ITSMIG ) hat sich Avira verpflichtet keine Hintertüren, also versteckte Zugangsmöglichkeiten in seine Produkte einzubauen.

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