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Skype macht der Polizei Probleme

26.11.2007 | 08:32 Uhr |

Die Verschlüsselung von Skype-Telefonaten ist für die deutsche Polizei ein Problem, denn sie kann solche Gespräche nicht abhören. BKA-Chef Ziercke sieht darin ein weiteres Argument für Online-Durchsuchungen.

Das Gratis-Programm Skype ermöglicht kostenlose Voice-Chats von PC zu PC über das Internet. Die Datenpakete werden dabei verschlüsselt und über eine Art P2P-Netzwerk geleitet. Das Verschlüsselungsverfahren ist proprietär und es ist wenig darüber bekannt. Das macht der Polizei Sorgen, denn sie befürchtet, dass auch Terroristen und Schwerkriminelle auf diesem Wege kommunizieren. Die Gespräche können nicht entschlüsselt und somit auch nicht abgehört werden - egal, wie viele Richter das genehmigen würden.

Jörg Ziercke, Chef des Bundeskrimnalamts, äußerte sich dazu am Rande der BKA-Herbsttagung (http://www.pcwelt.de/start/sicherheit/datenschutz/news/126936/), die gestern in Wiesbaden zu Ende ging. Ziercke fordert deshalb eine gesetzliche Grundlage für so genannte Online-Durchsuchungen. Die Polizei müsse in die Lage versetzt werden solche Telefonate an der Quelle, also bevor sie verschlüsselt werden, abzugreifen.

Während herkömmliche Telefongespräche durch Abhörmaßnahmen beim Provider oder Carrier aufgezeichnet werden können, entzieht sich das proprietäre Kommunikationsverfahren von Skype diesen Zugriff. Ziercke erklärte, man habe jedoch nicht die Absicht an Skype oder andere Hersteller heran zu treten, um den Einbau einer Hintertür oder Offenlegung der Schlüssel für behördliche Abhörmaßnahmen zu erbitten.

Für unverschlüsselte VoIP-Telefonate nach dem SIP-Standard gibt es offenbar Möglichkeiten sie im Netzwerk des Anrufers abzuhören . Das gilt jedoch einstweilen nicht für Voice-Chats innerhalb eines Dienstes wie Skype.

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