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Online-Game-Streit endet tödlich

22.06.2005 | 15:12 Uhr |

In Taiwan wurde ein 19-Jähriger erstochen, weil er die Spielfigur des Täters in einem Online-Rollenspiel getötet hat.

Zwei Spieler des Online-Spiels "Blade&Sword" gerieten vor wenigen Tagen in Taiwan aneinander, nachdem die eine Person den virtuellen Charakter der anderen Person getötet hat. Dieser verließ das Internet-Cafe, kaufte eine Art Machete, kehrte zurück und tötete den 19-Jährigen, so der lokale TVBS-News-Sender. Die Tat löste in Taiwan eine Diskussion über Gewalt in Computerspielen aus.

"Der Täter konnte die Realität nicht mehr von der Fiktion unterscheiden", so die taiwanesische Zeitung "Apple Daily", die ausführlich über den Fall berichtete.

Der Fernsehsender TVBS vermutet als Ursache für die Tat die Brutalität des Spiels. "In der unteren Ecke des Spiels ist ein Popup, das den Spielern sagt, dass sie 'töten sollen, bis ihre Augen rot werden'", so TVBS. In der chinesischen Kultur werden "rote Augen" mit extremer Wut, die bereits an Wahnsinn grenzt, in Zusammenhang gebracht.

Diese Tat ist nicht die erste in Zusammenhang mit Streitigkeiten bei Online-Rollenspielen in Asien. Vor wenigen Wochen hat ein Mann in China einen Bekannten getötet, weil dieser ein besonderes Schwert aus dem Online-Spiel Legend of Mir 3 heimlich verkaufte, obwohl der Täter ihm dieses nur geliehen hatte. Aber auch weniger blutrünstige Fälle sind bekannt. So endete ein Eifersuchtsdrama in Japan mit dem Löschen eines virtuellen Charakters in Lineage, der von dem Mann mühsam entwickelt wurden.

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