11.08.2006, 12:05

Panagiotis Kolokythas

Online-Datenbank mit brisanten AOL-Suchabfragen im Internet

Für Aufruhr hatte in dieser Woche die Veröffentlichung der Suchabfragen von über 650.000 Mitgliedern von AOL USA gesorgt. Mittlerweile hat ein Anwender die Daten in einer Online-Datenbank ins Internet gestellt. Ein gefundenes Fressen für Neugierige und Spammer.

Ein Anwender hat die über 2 GB Daten von Suchabfragen, die AOL USA für kurze Zeit als Download online gestellt hatte (wir berichteten), in dieser Online-Datenbank ins Internet gestellt. Sie enthält sämtliche Suchabfragen von über 650.000 AOL-Mitgliedern zwischen dem 1. März bis zum 31. Mai 2006, die AOL USA auf seinen Research-Seiten zunächst veröffentlicht und anschließend wieder vom Netz genommen hatte.
Die brisanten Daten werden nach wie vor im Internet in Form einer 450 MB großen, komprimierten Text-Datei verbreitet. Die Online-Datenbank macht den Download überflüssig. Wahlweise kann in der Suchmaske die ID der anonymisierten AOL-Anwender angegeben werden. Dann werden alle im genannten Zeitraum gespeicherten Suchabfragen des betreffenden Anwenders angezeigt. Alternativ kann auch ein Suchbegriff eingegeben werden und es wird angezeigt, welche AOL-Anwender diesen Begriff eingegeben haben. Die Anzahl der maximal angezeigten Ergebnisse ist seitens der Online-Datenbank auf 250 Einträge begrenzt.
Die Online-Datenbank demonstriert, wie unverantwortlich die Herausgabe der Daten seitens AOL war. Spammer können die Datenbank nutzen, um beliebte Suchbegriffe der Anwender zu ermitteln. Die Datenbank zeigt auch an, welche Website die Anwender nach der Anzeige der Suchergebnisse besuchten. Alternativ könnte mittels der Datenbank versucht werden, einzelne AOL-Mitglieder zu identifizieren. Weiß man, welche Person sich hinter einer Nummer verbirgt, so könnten dessen Suchabfragen für ihn peinlich sein und tiefe Einblicke in seine Privatsphäre erlauben.
AOL USA hatte sich Mitte der Woche für die Veröffentlichung der Daten entschuldigt. Der Vorfall wird derzeit intern untersucht. AOL Deutschland hatte gegenüber der PC-WELT betont, dass keinerlei Daten von deutschen Anwendern im Datensatz enthalten waren und hierzulande ohnehin nicht die Screennames der eingeloggten deutschen Anwender bei Suchabfragen mitprotokolliert werden.
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