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Online-Banking ohne PINs und TANs

22.03.2005 | 10:42 Uhr |

Steht die Zettelwirtschaft mit PINs und TANs vor dem Aus? Wenn sich die VR-Networld-Card durchsetzt - ja. Wir haben beim zuständigen IT-Dienstleister nachgefragt, wie ein Kunde der Volks- und Raiffeisenbanken an seine Signaturekarte kommt und damit seinen Zugang fürs Online-Banking einrichtet.

Im Sommer 2005 wollen die Volks- und Raiffeisenbanken im Norden und Westen Deutschlands die VR-Networld-Card für sicheres Online-Banking einführen, das Rumhantieren mit PINs und TANs sollte dann Vergangenheit sein ( die PC-WELT berichtete ). Wie funktioniert die Einführung der VR-Networld-Card im Detail? Die PC-WELT hat beim zuständigen IT-Dienstleister GAD nachgefragt.

Zeitplan:

Ab diesen März wollen ausgewählte Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden die VR-Networld-Card anbieten. Ab Sommer 2005 soll die VR-Networld-Card mit “fortgeschrittener Signaturfunktion“ bei allen Volks- und Raiffeisenbanken im Geschäftsgebiet der GAD, dem IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken, erhältlich sein.

So kommt man an die Karte :

Der Bankkunde holt sich das VR-Networld-Card-Paket (nach dem HBCI-Standard FinTS 3.0 - Financial Transaktion Services), bestehend aus Karte, passendem Kartenlesegerät und Software, bei seiner Bank. Der Preis für das Paket liegt im Ermessen jedes einzelnen Bankinstituts, weil die Genossenschaftsbanken grundsätzlich als selbstständige Unternehmen handeln.

Zu Hause installiert der Kunde die Software auf seinem Rechner und nimmt die mitgelieferte Hardware in Betrieb. Die Software soll den Kunden Schritt für Schritt durch die Installation und besonders durch das Erstellen des digitalen Zertifkats mit der elektronischen Unterschrift führen. Dazu meldet sich der Bankkunde an einem Rechenzentrum an, von dem er nach Identifizierung sein Zertifikat erhält.

Die elektronische Signatur dient von da an zur Identifizierung des Benutzers, die hinlänglich bekannten PINs und TANs sind nicht mehr erforderlich, um Bankgeschäfte wie Überweisungen und das Abfragen des Kontostandes tätigen zu können.

Die VR-Networld-Card ist eine HBCI-Signaturkarte auf Basis des Betriebssystems Seccos, das der GAD zufolge in der deutschen Kreditwirtschaft bei allen Bankkarten eingesetzt wird. FinTS 3.0 ist ein Sicherheitsstandard, der elektronische Bankdienstleistungen wie Überweisungen, Kontoauszüge, Termingeschäfte, Geldanlagen, Daueraufträge und den gesamten Bereich Online-Brokerage unterstützt.

Etwa 60 Prozent der Kunden, die derzeit ein Zahlungsverkehrsprogramm nutzen, verwenden PIN/TAN, die restlichen 40 Prozent setzen auf HBCI (über Karte oder Diskette), wie Bettina Kroll von der GAD der PC-WELT mitteilte.

GAD testet Signaturkarte für mehr Sicherheit beim Online-Banking (PC-WELT Online, 21.03.2005)

Starmoney 4.0: Homebanking auf dem USB-Stick (PC-WELT Online, 25.08.2004)

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