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Online-Apotheken: Vor allem für Vielbesteller interessant

Ob Nasenspray, Kopfschmerztabletten oder Potenzmittel - alles lässt sich heutzutage per Internet oder Telefon bestellen. Seit Anfang 2004 ist der Versandhandel mit Medikamenten hier zu Lande erlaubt. Dabei locken die Versandapotheken mit Preisnachlässen. Doch auch ein Jahr nach der Liberalisierung ist die Internet-Apotheke nicht immer günstiger als die Apotheke um die Ecke: Zum Gesamtpreis kommt meist noch eine Versandpauschale hinzu.

"Versandapotheken lohnen sich vor allem für Menschen, die regelmäßig Medikamente brauchen, zum Beispiel chronisch Kranke oder Frauen, die die Pille nehmen", erklärt Silvia Pleschka, Gesundheitsreferentin der Verbraucher Initiative aus Berlin. Für akut Kranke dagegen seien die Lieferzeiten einfach zu lang.

Auch Martin Didunyk, zuständig für den Vertrieb beim Arzneimittelversandhandel Pharma24 in Neunkirchen am Brand (Bayern), räumt ein, dass der Versandhandel in akuten Fällen die Apotheke um die Ecke nicht ersetzen kann: "Ich hoffe sehr, dass jemand mit akuten Schmerzen nicht auf die Idee kommt, das Schmerzmittel beim Versandhandel zu bestellen."

In Deutschland darf der Versandhandel mit Medikamenten nur von Apothekern angeboten werden. Hinter zugelassenen Versandangeboten steckt daher immer eine "normale" Apotheke oder zumindest ein Berater, der ausgebildeter Apotheker ist.

Die Versandapotheke DocMorris aus Heerlen in den Niederlanden liefert auch nach Deutschland. Hier zahlen Kunden bei rezeptpflichtigen Medikamenten nur die halbe Zuzahlung. Nach einem am 27. Januar bekannt gewordenen Urteil des Berliner Kammergerichts wurde einem Apotheker aus den Niederlanden zwar verboten, im Versandhandel apothekenpflichtige Arzneimittel an deutsche Verbraucher zu schicken (Az.: 5 U 300/01). Das Urteil gilt laut dem Gericht aber nur für den am Prozess beteiligten Apotheker persönlich.

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