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Microsoft kündigt Gratis-Virenscanner an

19.11.2008 | 15:44 Uhr |

Microsoft will seine Antiviruslösung Windows Live OneCare im kommenden Jahr einstellen. Es soll im Sommer 2009 durch ein abgespecktes, kostenlos erhältliches Produkt abgelöst werden.

Der Erfolg seines Rundum-sorglos-Pakets OneCare hat Microsofts Erwartungen in den letzten zwei Jahren offenbar nicht erfüllt. Windows Live OneCare wird zum 30. Juni 2009 eingestellt. Stattdessen plant Microsoft für die zweite Hälfte des kommenden Jahres ein Gratisangebot, das auf die wesentlichen Anti-Malware-Funktionen reduziert sein soll.

Wie Microsoft gestern im OneCare-Blog verkündet hat, wird es OneCare nur noch bis zum 30. Juni 2009 anbieten. Bestehende Abonnements sollen jedoch auch weiterhin, bis zum Ende der Laufzeit, mit Updates bedient werden. Ein automatischer Wechsel auf die neue Lösung ist derzeit nicht vorgesehen, wohl aber ein Angebot zum Umstieg. Die Nutzung des Online-Backups soll auch zukünftig möglich sein.

Als Grund für diesen Schritt gibt Microsoft an, dass immer noch zu viele Anwender ohne Schutz vor Malware unterwegs seien. Das Ziel dies zu ändern, habe man mit OneCare nicht erreicht. Daher solle ab Sommer ein kostenloses Angebot, das auf die Anti-Malware-Funktionalität fokussiert sei, diese Aufgabe übernehmen. Der zurzeit noch unter dem Projektnamen "Morro" laufende Gratis-Scanner soll mit weniger Ressourcen auskommen als schwergewichtige Rundumlösungen.

Morro soll im Gegensatz zu OneCare ohne Zusatzfunktionen wie Online-Backup und System-Tuning ausgeliefert werden. Es soll als separater Download angeboten werden und Windows XP, Vista sowie das künftige Windows 7 unterstützen. Morro soll auf dem gleichen Scan-Modul wie OneCare und Windows Defender basieren.

Interessant dürfte werden, wie die Antivirus-Branche auf Microsofts neue Kampfansage reagieren wird. Hersteller, die einen erheblichen Teil ihrer Geschäfte im Endkundensegment machen, könnten durch Microsofts Gratisangebot gefährdet sein. Es ist kaum anzunehmen, dass Morro nur von denen installiert werden wird, die bislang noch keinerlei Antivirus-Software einsetzen.

Denkbar wäre auch, dass die bereits in Windows enthaltene Anti-Spyware Windows Defender zur vollwertigen Anti-Malware-Lösung für Windows 7 aufgebohrt wird. Ein solcher Schritt dürfte jedoch wieder die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen.

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