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Olympische Winterspiele 2006: Digitale Festung Turin

01.02.2006 | 16:12 Uhr |

Auch die IT-Sicherheit geht während der Olympischen Winterspiele auf Rekordjagd.

Während der Olympischen Winterspiele werden noch mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen als bei den letzten Sommerspielen 2004 in Athen. Die 20. Winter-Olympiade beginnt am 10. Februar im italienischen Turin.

Der Einsatz von Informationstechnologie nimmt auch bei Olympia immer weiter zu. Das wirft auch Fragen bezüglich der Sicherheit der eingesetzten Computer-Systeme auf. Nach Angaben von Patrick Adiba, Leiter des Teams von Atos Origin, gab es 2004 in Athen etwa fünf Millionen Vorfälle im Bereich IT-Sicherheit, allerdings waren nur 20 davon Einbrüche in das Computer-Netzwerk. Atos Origin ist für die IT-Infrastruktur der Olympischen Spiele verantwortlich.

Für Turin werden weitere Verbesserungen eingeführt, nicht zuletzt auch ein System zur Abwehr von Identitätsdiebstahl. Die Vorbereitungen auf das sportliche Großereignis gipfelten bei Atos Origin in einem einwöchigen Testlauf im Dezember, an dem 720 Personen teilnahmen und die drei aufwendigsten Wettkampftage mit 500 verschiedenen Testszenarien simulierten, darunter etwa Hardware-Ausfälle, Probleme mit der Informationssicherheit, Personalschwierigkeiten, Verschiebungen im Wettkampfplan oder auch Stromausfälle.

Das Computer-System umfasst nahezu alle Aspekte der Veranstaltung, von der Erfassung der sportlichen Ergebnisse über die Akkreditierung der Teilnehmer und Besucher bis zur medizinischen Versorgung und der Organisation des Transportwesens. Die Akkreditierungsdaten werden mit der italienischen Einwanderungsbehörde abgeglichen, da mit der Akkreditierung auch die automatische Erteilung eines italienischen Visums verbunden ist.

Dazu gehört auch ein Intranet-System namens "INFO2006", das alle Beteiligten (Medien, Sportler, Funktionäre) mit aktuellen Informationen versorgen soll. Während Polizisten auf Skiern, Scharfschützen und Militärflugzeuge für die körperliche Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern sorgen sollen, arbeiten die IT-Spezialisten mehr im Verborgenen am ungestörten Ablauf der Olympischen Winterspiele.

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