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Olympia-Verbot fürs Internet

05.12.2000 | 15:57 Uhr |

Während der letzten Olympischen Spiele in Sydney konnten manche Wettkämpfe noch im Internet verfolgt werden. Gegen die Anbieter dieser Web-Sites ging das olympische Komitee mit aller Härte vor und verbot die illegalen Übertragungen. Nun soll der Übertragungsmöglichkeit über das Internet endgültig ein Riegel vorgeschoben werden.

Während der letzten Olympischen Spiele in Sydney kämpfte das internationale olympische Komitee (IOC) gegen unerlaubte Übertragungen der Veranstaltung im Internet. Hierzu wurde eigens eine Gruppe "surfender Anwälte" eingesetzt, die nach unerlaubten Übertragungen forschten.

Um die nationalen Inhaber der Senderechte für TV- und Radioberichterstattung besser zu schützen, will das IOC solche Internet-Übertragungen nun völlig verbieten. Eine Verbreitung per Internet soll nur dann gestattet werden, wenn der Inhaber der Web-Site garantieren kann, dass nur diejenigen Personen auf die Site zugreifen können, die auch in dem selben Land leben, in der die Web-Site beheimatet ist.

So dürften beispielsweise ARD und ZDF, falls sie die Senderechte für Deutschland haben, keine Übertragung über ihr Internet-Angebot anbieten, da diese Informationen zum Beispiel auch in Österreich empfangen werden könnten. In Österreich hat wiederum die Sendeanstalt ORF die Rechte inne, die durch eine Übertragung über das deutsche Internetangebot Einschaltquoten verlieren könnte.

Nur wenn ARD und ZDF garantieren könnten, dass ausschließlich in Deutschland lebende Anwender auf dieses Angebot zugreifen könnten, wäre eine Netz-Übertragung legal.

Der Vorstoß des IOCs ist bereits auf Kritik von verschiedenen Nachrichtenagenturen gestoßen. Experten bezweifeln des Weiteren die Durchführbarkeit eines solchen "Verbotes".

Das IOC hingegen sieht das Problem mit dieser Vorgabe als gelöst an und will vor dem Jahr 2010 nicht mehr darüber diskutieren. "Für die Jahre 2004, 2006, und 2008 wurden die Übertragungs-Rechte an den Spielen, sowohl für die Fernsehübertragung, als auch für die Verwertung per Internet an bestimmte Sender in bestimmten Ländern vergeben", so Dick Pound, Vorsitzender der Marketing Comission des IOC.

Kritiker sehen die Sache anders: "Es ist nicht die Aufgabe des IOC, den Menschen vorzuschreiben, auf welche Weise sie sich eine Sache ansehen müssen, die sie interessiert", so Phillip Melchior, Manager bei der Nachrichtenagentur Reuters. (PC-WELT, 05.12.2000, mp)

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