28.09.2010, 11:42

Thomas Cloer

Ohne Oracle

OpenOffice.org heißt jetzt LibreOffice

Das Projekt OpenOffice.org entwickelt seine freie Bürosuite künftig außerhalb des Hauptsponsors Oracle weiter. Damit verbunden ist eine Namensänderung.
Zu diesem Zweck wurde die internationale The Document Foundation gegründet - die OOo-Community billigt Oracle, das durch die Übernahme von Sun Microsystems zum Hauptsponsor von OpenOffice wurde, offenbar keine ausreichende FOSS-Credibility zu. In der Ankündigung der Document Foundation steht zwar, dass Oracle bereits eingeladen wurde, Mitglied der neuen Stiftung zu werden und die Marke OpenOffice.org dort einzubringen.
Solange dies nicht der Fall ist (und wer weiß, ob es nach dem Affront je dazu kommt), wird das bisherige Openoffice.org unter dem neuen Namen "LibreOffice" weiterentwickelt. Eine aktuelle Betaversion steht bereits unter www.libreoffice.org zum Download bereit. Entwickler sind wie gehabt eingeladen, zum Programmcode von LibreOffice beizutragen.
Die Document Foundation wird laut Ankündigung anfangs von einem Steering Committee aus Entwicklern und internationalen OOo-Projektverantwortlichen geführt. Ihr erklärtes Ziel ist, die Beteiligung am Projekt sowohl für Anwender als auch für Entwickler zu erleichtern.
"Das Projekt OpenOffice.org feiert in diesem Jahr sein Jubiläum und blickt auf ein überaus erfolgreiches Jahrzehnt zurück", erklärt Florian Effenberger, Markting Project Lead von OOo, Mitglied im Vorstand des OpenOffice.org Deutschland e.V. und als Gründungsmitglied im Steering Committee der Document Foundation einer der federführenden Oracle-Abtrünnigen. "Mit über 20 Prozent Markanteil, einer weltweit aktiven Community und zahlreichen Firmen, Behörden und Regierung, die weltweit auf die freie Software setzen, können wir stolz sein auf das Erreichte." Die Gründung der Document Foundation sei der nächste logische Schritt, der die Werte und Ideale der Gemeinschaft widerspiegele und für die Zukunft sichere.
Projekte und Firmen wie die Free Software Foundation (FSF), Google, Novell, Red Hat, Canonical, The Open Source Initiative, die GNOME Foundation, NeoOffice sowie Credativ haben die Ausgründung bereits begrüßt und ihr Unterstützung zugesichert. Die OpenOffice.org-Community steht wohl auch mehrheitlich hinter der Trennung von Oracle.
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