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iPhone 3G in Ägypten

Apple darf das iPhone 3G in Ägypten nur ohne GPS vermarkten. Das soll die Regierung angeordnet haben, berichtet die New York Times. GPS dürfe in dem arabischen Land nur das Militär benutzen.

In Ägypten wird das iPhone 3G nur ohne GPS ausgeliefert, berichtet die New York Times . Apple soll die Standortbestimmung per Satellit auf Anforderung der Regierung blockiert haben. Das sei die Bedingung gewesen, um das iPhone 3G in Ägypten verkaufen zu können. GPS dürfe in dem arabischen Land nur das Militär benutzen. Apple habe sich "anscheinend" den Bedingungen unterworfen, berichtet die New York Times, obwohl die Ägypter problemlos bei Ebay ein iPhone 3G mit GPS aus dem Ausland kaufen können.

Die Sorge des Militärs ist verständlich, denn Ägypten hat große Probleme mit radikalen Islamisten. Vor drei Jahren verübte Al Qaida eine Serie von Bombenanschlägen mit mehr als 80 Toten im beliebten Badeort Scharm el Scheich und 1997 hatten islamistische Attentäter 58 Touristen und vier Ägypter bei den Pyramiden von Luxor getötet. Heute nutzen sie immer häufiger moderne Technik wie VoIP, Satellitenfotos und Blackberrys für die Koordination ihrer Anschläge. Das zeigt ein weiterer Artikel der New York Times , der die Hightech-Ausrüstung der Terroristen von Mumbai aufzählt. Besonders Google Earth soll bei der Vorbereitung der Anschläge in Indien geholfen haben.

Die Satelliten-Services der größten Suchmaschine sind es auch, die das GPS-Verbot für das iPhone 3G in Ägypten so sinnlos machen. "Google Maps funktioniert hier problemlos", zitiert die New York Times den ägyptischen Blogger Ahmed Gabr, "man bekommt sogar scharfe Bilder mit exakten Koordinaten von Plätzen, die man eigentlich gar nicht sehen darf." Der Handy-Hersteller Apple hat sich bisher noch nicht über die GPS-Blockade auf dem iPhone 3G geäußert. Auch die New York Times konnte trotz mehrmaligem Nachfragen kein offizielles Dementi oder eine Bestätigung der Sperre bekommen.

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