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Gerüchteküche zu Dell-Smartphone brodelt

14.01.2009 | 13:31 Uhr |

Im Vorfeld des GSM Mobile World Congress Mitte Februar flammen Gerüchte um einen Smartphone-Einstieg des PC-Herstellers Dell erneut auf. Dabei wird heftig die Frage diskutiert, welches Betriebssystem auf dem Dell-Handy zum Einsatz kommen könnte.

Einige Analysten halten einen Start anlässlich der Fachmesse für möglich, berichtet das Magazin Wired. "Dass Dell in den Mobiltelefon-Markt einsteigt, ist angesichts der Kannibalisierung des PC-Markts durch Smartphones und hochfunktionale Mobilgeräte wohl unvermeidlich", so der Kaufman-Bros.-Analyst Shaw Wu. Wurde vor einem Jahr über ein Android-Gerät spekuliert, ist jetzt aber von anderen Betriebssystemen die Rede.

Seit zwei Jahren hat Dell laut Wu den Handy-Markt studiert und Gespräche mit Komponentenherstellern geführt. 2007 hat Dell mit Ron Garriques einen ehemaligen Motorola-Mitarbeiter angestellt, der die treibende Kraft hinter dem "RAZR"-Telefon war. "Das hat all die Spekulationen gezündet", meint IDC-Analyst Ryan Reith. Das ist nun zwei Jahre her. "Daher glaube ich, dass Dell ein Produkt außerhalb des PC-Bereichs bereit haben könnte", sagt Reith. Im September hatte Unternehmens-CEO Michael Dell selbst die Gerüchteküche angeheizt, ohne aber einen Fahrplan bekannt zu geben. Die aktuellen Spekulationen wolle man seitens des Unternehmens nicht kommentieren, heißt es auf Anfrage von pressetext.

Während vor dem letztjährigen GSM Mobile World Congress über ein Android-Gerät spekuliert wurde, wird diesmal Windows Mobile als Betriebssystem-Kandidat genannt. Microsoft könnte angesichts der wachsenden Konkurrenz, die mit Palms Vorstellung von WebOS erst letzte Woche erneut erweitert wurde, einen starken Partner brauchen. Dell könnte Windows Mobile wieder ins Rampenlicht rücken, glaubt Bonny Joy von Strategy Analytics. Noch einen Schritt weiter geht Wu. Er ist der Ansicht, dass sich Dell vom Mitbewerb abheben müsste und daher ebenfalls mit einem eigenen Betriebssystem antreten könnte. Bei Kaufman sei man der Ansicht, dass Dell den Kauf eines Softwareherstellers in Erwägung ziehen sollte.

Allerdings gibt es auch Zweifler an einem Dell-Einstieg in den Smartphone-Markt oder zumindest dessen Erfolgschancen. "Mobiltelefone sind sehr schwer herzustellen", sagt Julie Ask, Principal Analyst bei Forrester Research. Die Situation sei anders als bei PCs, wo das Design wenig ausmacht, so Ask. "Warum sollte irgendjemand ein Dell-Telefon kaufen wollen?" Damit spielt die Analystin auf Dells Ruf an, funktionale, aber nicht sonderlich schöne Geräte anzubieten. Optimistischer ist da IDCs Reith. Die Top-Geräte der vergangenen Monate würden sich wenig voneinander unterscheiden. "Wenn Dell ein cleveres Design-Team hat, können sie es schaffen", glaubt der Analyst. (pte)

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