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CA zieht sich aus Teilen des Security-Geschäfts zurück

14.11.2007 | 10:03 Uhr |

Der indische Offshore HCL übernimmt Forschung und Entwicklung etwa für Antivirus- und Antispam-Tools. Computer Associates (CA) vermarktet und vertreibt die Lösungen weiterhin.

CA wird die Forschung und Entwicklung für Produkte des Threat-Managements auslagern. Betroffen sind Lösungen zur Viren-, Spam- und Spyware-Abwehr (etwa " eTrust Antivirus" und "eTrust Pestpatrol Anti-Spyware "), der Integrated Threat Manager (ITM), das Host-based Intrusion Prevention System (HIPS), der Secure Content Manager (SCM) sowie die Internet Security Suite und Firewall-Produkte. Der Umsatz, den CA mit diesen Applikationen jährlich erzielt, beläuft sich auf rund 100 Millionen Dollar.

Mit der Verantwortung für die Weiterentwicklung der Produkte wechseln auch 375 CA-Mitarbeiter in den USA, Australien, Israel und India unter das Dach von HCL . Weitere CA-Beschäftigte in Europa sind möglicherweise auch betroffen. Das hängt vom Ausgang der laufenden Verhandlungen können ab. CA obliegt in jedem Fall weiter das Marketing und der Verkauf für die Produkte. Sie werden auch künftig unter CA-Markennamen vertrieben. Mit diesem Schritt möchte das Softwareunternehmen die Entwicklungskapazitäten auf die Themen Information-Security sowie Identity und Access Management konzentrieren, sagt ein CA-Sprecher.

CA räumt damit zumindest teilweise einen heftig umkämpften Markt. "Das Security-Geschäft lässt sich in zwei Lager aufteilen: Zum einen geht es um Tools, die sämtliche externen Schädling und Eindringlinge von der hauseigenen IT-Infrastruktur fernhalten sollen. Zum anderen dreht sich alles darum, die interne IT-Sicherheit in den Unternehmen zu gewährleisten", schildert der Branchendienst Computerwire das Marktgeschehen. Das erstere Geschäftsegment nennen die Marktbeobachter Edge-Security, das zweite Core-Security. Die große Masse der Anbieter, etwa Symantec und McAffee, tummelt sich im Markt für Sicherheit an der Schnittstelle zum Unternehmen (Edge-Security). Kaum ein Hersteller liefert laut Computerwire Lösungen für beide Marktsegmente.

CA was bislang eine der wenigen Ausnahmen. Das Unternehmen pflegte eine umfangreiche Produktfamilie für beide Bedrohungsszenarien. Mit dem aktuellen Outsourcing-Abkommen übergibt CA dem künftigen Partner HCL die Verantwortung für die Edge-Security-Produktlinien. Hintergründe wurden nicht genannt. Eine Rolle dürfte gespielt haben, dass dieser Bereich ein Massengeschäft mit geringen Margen ist, in dem die Konzentration von Ressourcen und deren effektiver Einsatz sehr wichtig sind, um auf Augenhöhe mit Symantec und McAffee zu konkurrieren.

Das Geschäft mit der Core-Security in den Unternehmen ist derzeit weniger heftig umkämpft. Die Schrittmacher sind Anbieter aus dem System-Management-Umfeld, also etwa CA, IBM, HP und BMC. Auch EMC zeigt hier mit der Übernahme von RSA Ambitionen, ebenso Microsoft. In diesem Geschäft hofft sich CA auch auf mehr Zugkraft durch die eigenen Erfahrungen mit der Unicenter- Entwicklung. (jha)

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