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Steve Jobs lässt Flash-Streit mit Adobe eskalieren

30.04.2010 | 10:33 Uhr |

Der Streit zwischen Apple und Adobe über die Verwendung von Flash geht in die nächste Runde: In einem offenen Brief hat Steve Jobs seine Gedanken zu Flash veröffentlicht. Die Antwort von Adobe ließ nicht lange auf sich warten.

Der von Steve Jobs verfasste offene Brief trägt den Titel "Gedanken zu Flash" und ist auf der Website von Apple erschienen . Letztendlich versucht Steve Jobs in dem offenen Brief die Beweggründe Apples dafür zu schildern, dass bei iPhone und iPad kein Flash zum Einsatz kommt. Der lange Text ist in sechs Abschnitte unterteilt.

Die Kernaussagen von Steve Jobs:

Offenheit:

Steve Jobs betont, dass Adobes Flash zu 100 Prozent proprietär sei und Adobe der einzige Anbieter von Flash ist.

Vollständiges Web:

Adobe behauptet, so Steve Jobs, dass mobile Geräte von Apple 75 Prozent des gesamten Webs nicht anzeigen könnten, weil sie Flash nicht unterstützen. Was Adobe aber nicht sagt: Bei den meisten Inhalten handelt es sich um Videos, die auch in moderneren Formaten ausgeliefert werden (siehe unten) und daher auch auf Apple-Geräten abspielbar sind.

Sicherheit, Verlässlichkeit und Performance

Steve Jobs verweist auf einen Bericht der Sicherheitsexperten von Symantec, demzufolge Flash 2009 mit vielen Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatte. "Außerdem wissen wir aus erster Hand, dass Flash die Hauptursache für Mac-Abstürze ist", so Steve Jobs und fügt hinzu: "Wir wollen nicht die Verlässlichkeit und Sicherheit unserer iPhones, iPods und iPads verringern, indem wir Flash verwenden." Außerdem verweist Steve Jobs darauf, dass Flash auf mobilen Geräten nicht schnell sei. Apple habe in der Vergangenheit Adobe immer wieder aufgefordert, ein schnelleres Flash auf mobilen Geräten zu präsentieren. "Wir haben es aber nie gesehen", so Jobs.

Akku-Laufzeit

Steve Jobs vertritt den Standpunkt, dass mobile Geräte nur dann beim Abspielen von Videos auch eine lange Akkulaufzeit haben, wenn das Dekodieren der Videos durch die Hardware und nicht durch Software erfolgt. Die meisten modernen Chips enthielten einen Dekoder für H.264. Zwar unterstütze Flash seit kurzem H.264, aber die meisten im Web verbreiteten Flash-Videos würden einen älteren Dekoder nutzen, der sich nicht auf mobilen Geräten implementieren lässt und daher als Software laufen müsste.

Auf einem iPhone, so Steve Jobs, könnten H.264-Videos bis zu 10 Stunden laufen, ehe der Akku leer sei. Im Falle eines Software-Dekoders wäre das Akku bereits nach 5 Stunden leer. "Wenn Websites ihre Video re-enkodieren und dabei H.264 verwenden, dann können sie diese Videos anbieten, ohne Flash nutzen zu müssen. Die Videos lassen sich problemlos und ohne Plugins in Apples Safari und Google Chrome abspielen und sie sehen großartig auf iPhones, iPods und iPads aus", so Steve Jobs.

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