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Unternehmen checken Kandidaten im Web 2.0

30.01.2009 | 11:21 Uhr |

Informationen, die Personalleiter auf Social-Networking-Portalen über einen Bewerber finden, können sich auf die Jobchancen auswirken.

Stellenausschreibungen im Internet haben sich im Web-2.0-Zeitalter zu einem boomenden Trend entwickelt. Einer Erhebung des Branchenverbands BITKOM zufolge suchen inzwischen 94 Prozent der Unternehmen in Deutschland online nach neuen Mitarbeitern. Die Erhebung, die unter 809 Unternehmen aller Branchen durchgeführt wurde, kommt zu dem Fazit, dass Arbeitgeber besonders gerne das Angebot von Online-Jobbörsen wie Stepstone , Jobscout oder Monster nutzen, um Mitarbeiter anzusprechen. "Da inzwischen 59 Prozent aller Unternehmen Online-Jobbörsen nutzen, kann man von einem Trend sprechen, der die Stellenanzeigen auf den eigenen Unternehmensseiten künftig weiter ergänzen wird", sagt BITKOM-Sprecher Maurice Shahd.

Dass die aktuelle Situation noch großes Wachstumspotenzial besitzt, zeigt sich unter anderem darin, dass bereits schon ein Viertel der Unternehmen in spezialisierten Online-Stellenbörsen für bestimmte Branchen oder Berufsgruppen annonciert. Immerhin ein Fünftel nutzt weitere Online-Dienste wie die sozialen Netzwerke Xing oder StudiVZ. "Nutzer von Online-Portalen sollten Business-Plattformen wie Xing von Social-Networking-Seiten wie Facebook oder StudiVZ auseinander halten. Ein genereller Grundsatz sollte aber auch sein, dass man Vorsicht bei der Preisgabe allzu persönlicher Informationen oder Fotos an den Tag legt. Schließlich gibt es auch Personaler, die Bewerber online nachrecherchieren", gibt Shahd zu bedenken.

Auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Internets bei der Personalsuche sollten sich auch die Bewerber einstellen und daher in unterschiedlichen Medien recherchieren sowie stets auf eine Online-Bewerbung vorbereitet sein. Schließlich zögen viele Unternehmen heute eine Bewerbung via Internet dem Postweg vor, so BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Nichtsdestotrotz bleiben die Stellenmärkte in den klassischen Printmedien aber ein wichtiges Instrument zur Rekrutierung neuen Personals. Derzeit suchen 85 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter über Stellenanzeigen in Zeitungen und Fachmagazinen. Zwei Drittel aller Firmen schalten hingegen Anzeigen in den Stellenmärkten von Tages- und Wochenzeitungen. Eher eine Nische sind hingegen Fachmagazine, in denen rund ein Viertel der Unternehmen inseriert. Arbeitsagenturen spielen eine untergeordnete Rolle, da nur 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland freie Stellen der Bundesagentur für Arbeit melden. (pte/jp)

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