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OLPC-Projekt: Eine Million verbindliche Bestellungen

15.02.2007 | 12:26 Uhr |

Das Projekt "One Laptop per Child" (OLPC) befindet sich offenbar auf gutem Wege. Quanta Computer, mit der Produktion der Laptops beauftragt, meldet nun, dass bislang eine Million Geräte verbindlich bestellt wurden.

Das OLPC-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder in Entwicklungsländern mit günstigen Laptops zu versorgen damit diese in der Schule den Umgang mit Computern lernen können. Bislang profitieren in erster Linie reiche Länder von den Vorteilen, die sich aus dem Wissen um den Umgang mit Software, dem Internet und anderen Kommunikationsformen per PC ergeben. Menschen in Entwicklungsländern sollen somit durch das OLPC-Projekt künftig ihre Chancen in Sachen Beruf, Wissen und Wirtschaft verbessern können. Hinter dem Projekt stehen unter anderem das MIT Media Laboratory, AMD und Red Hat.

Ursprünglich sollten die Laptops 100 Dollar kosten, derzeit liegt der Preis bei etwa 130 Dollar. Ziel ist es, den ursprünglich anvisierten Preis im Jahr 2008 zu erreichen, wenn die Massenproduktion auf vollen Touren läuft. Und offenbar haben schon einige Länder Gefallen an dem günstigen Laptop gefunden. Quanta Computer, das mit der Produktion der Rechner beauftragt wurde, meldet nun, dass bereits eine Million Laptops verbindlich bestellt worden sind. Nach Angaben des Unternehmens könnten in diesem zwischen 5 und 10 Millionen der Laptops ausgeliefert werden, da bereits sieben Länder Bestellungen vorgenommen haben. Sollte diese Auslieferungsmenge erreicht werden, wäre ein Endpreis von 100 Dollar in greifbarer Nähe. Zu den Ländern, die beabsichtigen, OLPC-Laptops zu erwerben, gehören Argentinien, Brasilien, Nigeria, Ruanda, Thailand und Uruguay.

Quanta Computer erwartet zudem, pro Einheit einen kleinen Gewinn zu erlösen. "OLPC ist eine Nonprofit-Organisation, aber Quanta ist ein Vertragshersteller, also ein "Forprofit"-Unternehmen. Wir müssen einen Betrag für die Herstellung der Geräte verlangen", so das Unternehmen. Allerdings versuche Quanta alles, um die Produktionskosten so niedrig wie mögliche zu halten. Ein Umstand, den auch andere Vertragspartner von Quanta Computer - beispielsweise Apple, Dell und Hewlett-Packard - zu schätzen wissen, die ebenfalls Notebooks über den Vertragshersteller fertigen lassen. Allerdings würde das OLPC-Projekt dem Vorsitzenden von Quantas "sehr am Herzen liegen", ließ der Präsident von Quanta, Michael Wang, wissen.

Produktion des 100-Dollar-Notebooks läuft an (PC-WELT Online, 18.10.2006)

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