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OLPC: Auslieferung verzögert sich

20.04.2007 | 12:57 Uhr |

Die Auslieferung der ersten Notebooks im Rahmen der Initiative "One Laptop per Child" (OLPC) sollte ursprünglich im Juli beginnen. Auf Grund von Software-Anpassungen wird dieser Termin nun aber wohl nicht mehr eingehalten werden können.

Quanta Computer, Hersteller der 100-Dollar-Notebooks der Initiative "One Laptop per Child" (OLPC), gibt den Auslieferungstermin erster Geräte nun nur noch mit "drittes Quartal 2007" an. Ursprünglich sollten die Rechner im Juli ausgeliefert werden. Anpassungen an der Software seien verantwortlich für die Verzögerung, ließ das Unternehmen wissen. Die Hardware soll hingegen im Grunde fertig sein.

Die Initiative OLPC hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder in Ländern der dritten Welt mit günstigen Rechnern zu versorgen, um dem Problem der digitalen Spaltung zu begegnen. 100 Dollar sollten die Laptops inklusive Software maximal kosten. Herausgekommen ist das Modell XO. Vertrieben werden die Geräte ausschließlich an öffentliche Einrichtungen der jeweiligen Länder, in den Einzelhandel werden die Notebooks nicht kommen. Laut Quanta Computer sind bislang insgesamt eine Million verbindliche Bestellungen aus Ländern wie Argentinien, Brasilien, Libyen, Nigeria, Ruanda und Uruguay eingegangen .

Der XO kann mit Batterien betrieben werden und verfügt unter anderem über eine WLAN-Schnittstelle, ein LC-Display mit 1200x900 Pixel sowie eine spezielle AMD-CPU mit 433 MHz. Um Reparaturanfälligkeiten zu vermeiden, wurde bei der Entwicklung des Laptops darauf geachtet, dass so wenig bewegliche Bauteile wie möglich zum Einsatz kommen. Auf eine Festplatte wurde dementsprechend verzichtet, diese Aufgabe übernimmt ein 1 GB großer Flash-Speicher. Die komplette Übersicht über die Hardware-Spezifikationen zeigt auch, dass der XO über eine SD-Kartenschnittstelle, drei USB-Anschlüsse sowie eine integrierte Kamera verfügt. Als Betriebssystem kommt eine spezielle Version von Fedora Core Linux zum Einsatz.

Das Projekt hat allerdings auch Kritiker. So verweist Fair International, eine norwegische Nonprofit-Organisation darauf, dass es einfach zu teuer sei, jedes Schulkind in Entwicklungsländern mit einem eigenen Laptop zu versorgen. Zudem kritisiert die Organisation, dass speziell angepasste Software zum Einsatz kommt. Besser wäre es, wenn die Schüler mit Anwendungen konfrontiert würden, die ihnen eventuell auch später im Arbeitsleben begegnen würden. Nur so könnten sie von einem solchen Projekt profitieren.

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