27.04.2007, 14:02

Markus Pilzweger

OLPC: 100-Dollar-Laptop kostet jetzt 175 Dollar

Das Projekt "One Laptop per Child" (OLPC) tritt in seine entscheidende Phase ein: Noch 500.000 Geräte müssen bis Ende Mai verbindlich bestellt werden, damit die Produktion wie geplant anlaufen kann. Nicht unbedingt hilfreich ist dabei der neue Preis des Rechners, der ursprünglich nur 100 Dollar kosten sollte - auf dem Preisschild steht nun 175 Dollar.

Die OLPC-Gruppe hat bekannt gegeben, dass der "100-Dollar-Laptop" XO (technische Details) nun 175 Dollar kosten werde. Bislang gingen für den Rechner, der dabei helfen soll, die digitale Kluft zu schließen, 2,5 Millionen verbindliche Bestellungen ein. Damit die Massenproduktion aufgenommen werden kann, sind allerdings mindestens 3 Millionen Bestellungen nötig, damit sich das Projekt rechnet. Bis Ende Mai müssen nun 500.000 weitere Geräte verbindlich bestellt werden, damit die Massenproduktion im September starten kann.
Bislang haben sieben Länder größere Mengen des XO geordert: Argentinien, Brasilien, Libyen, Nigeria, Pakistan, Thailand und Uruguay. Laut Nicholas Negroponte, Gründer des Projekts, könnten auch noch Bestellungen aus Peru und Russland folgen. Details nannte er aber nicht. Daneben erklärte Negroponte, dass Anfragen von den Gouverneuren von 19 US-Bundesstaaten vorliegen, darunter Florida und Massachusetts. Ursprünglich sollte der XO nicht in Ländern wie den USA angeboten werden, doch aus dem strikten "nein" ist nun offenbar ein "vielleicht" geworden.
Produziert werden die Laptops von Quanta Computer. Nach dem derzeit geplanten Start zum 20. September sollen zunächst pro Monat 400.000 Stück von den Bändern laufen, bis Ende des Jahres sollen eine Million Geräte produziert sein. Die Marke von drei Millionen Stück soll dann neun Monate nach dem Start fallen.
OLPC ist eine Non-Profit-Organisation, will und kann aber auch keine Verluste einfahren. "175 Dollar sind die Herstellungskosten des XO", so Negroponte. Auf Grund sinkender Hardware-Preise und steigenden Stückzahlen soll der Preis aber rasch sinken. Negroponte geht dabei davon aus, dass der XO innerhalb eines Jahres rund 25 Prozent günstiger sein wird. Zudem soll jedes Quartal der Preis angepasst werden.
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