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Breitbandinfrastruktur wird weiter ausgebaut

23.05.2009 | 15:37 Uhr |

Die Wirtschaftskrise hat den weiteren Aufbau von Breitbandinfrastruktur nicht gebremst. Wie eine Untersuchung der OECD zeigt, hat die Ausbaurate 2008 auch in der zweiten Jahreshälfte über sechs Prozent betragen.

So verfügen in den OECD-Ländern mittlerweile 267 Mio. Personen, also rund 22 Prozent der Einwohner, über einen Breitbandzugang. Alleine 80 Mio. User leben in den Vereinigten Staaten. "In den urbanen Gegenden Deutschlands wird intensiv in den Ausbau von Breitbandleitungen investiert. Bis 2011 soll gut die Hälfte aller Haushalte mit entsprechenden Anschlüssen ausgestattet sein", berichtet Harald Summa, Geschäftsführer vom Verband der deutschen Internetwirtschaft , im Gespräch mit pressetext. Von Trägergesellschaften wie der deutschen Telekom werde jedoch argumentiert, dass sich eine vollständige Erschließung ländlicher Gebiete nicht rechnen würde. Neben den traditionell pro-aktiven skandinavischen Ländern hat sich die Schweiz beim Ausbau seiner Breitbandnetze besonders hervorgetan. Ein überdurchschnittliches Engagement zwischen 2002 und 2008 hat zur Folge, dass mittlerweile 33 Prozent der Eidgenossen über einen leistungsfähigen Netzanschluss verfügen. Deutschland und Österreich hinken etwas hinterher, obgleich in Deutschland im vergangenen Jahr überdurchschnittliche Ausbauraten zu verzeichnen waren.

Die Modernisierung der bestehenden Netzinfrastruktur schreitet vorwiegend in Form der Verlegung von Glasfaserleitungen voran. Neben deutlich höheren Datenübertragungsraten gereichen technische Eigenschaften wie eine konstante Leitfähigkeit über viele Kilometer zum Vorteil dieses Materials. Zwischen Ortsvermittlungsstellen und Endkunden müssen keine aktiven Komponenten zwischengeschalten werden, was auch in spürbar geringeren Betriebskosten resultiert. Im OECD-Raum gelangen gegenwärtig etwa zehn Prozent aller Breitbandnutzer über ein Glasfasernetz ins Internet. Japan und Korea sind hier mit einer Durchdringungsrate jenseits der 40 Prozent weltweit führend.

"Der Verband der deutschen Internetwirtschaft veranstaltet schon seit 2006 Roadshows für einen Breitbandausbau in ländlichen Gebieten. Das Thema ist jedoch lange nicht aus der Perspektive der Wettbewerbsfähigkeit betrachtet worden", gibt Summa zu verstehen. Die Diskussion zwischen Politik und Infrastrukturanbieter werde nach wie vor kontroversiell geführt, was eine weitere Verzögerung der Investitionen im ländlichen Raum zur Folge habe. Auch Österreich benötigt dort dringend eine Infrastrukturoffensive. "Glas wird jedenfalls in den nächsten 20 Jahren das bestimmende Material für Datenübertragungen sein. Demnach müssten sich Investitionen in Leitungsinfrastrukturen auch über den Weiterverkauf oder das Vermieten von Leitungen auf lange Sicht refinanzieren lassen", so Summa weiter. (pte)

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