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O2: UMTS für Genion-Kunden und Einstieg ins DSL-Geschäft

Jahrelang haben Genion-Kunden auf UMTS-Connectivity bei O2 verzichten müssen. Ab Mai kommen auch Homezone-Nutzer in den Genuss von mobiler Breitbandtechnologie. Den Einstieg ins DSL-Geschäft will O2 mit der Konzernmutter Telefonica bewältigen.

Seit über zwei Jahren bietet O2 Germany seinen Kunden die Möglichkeit, via UMTS mobil im Web zu surfen - unglücklicherweise hat es der kleinste der deutschen Netzbetreiber bis gestern nicht geschafft, den Datenhighspeed auch seinen Homezone-verwöhnten Genion-Kunden zuteil werden zu lassen. Seit heute hat das Warten ein Ende: Genion schließt wieder zu den Konkurrenten Vodafone Zuhause oder T-Mobile@home auf.

Mit den neuen Tariflösungen werden O2-Kunden ab Anfang Mai ihr UMTS-Handy z.B. als Modem mit ihrem PC verbinden können, um mit bis zu sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit zu fairen Preisen im Internet surfen zu können. Die Einwahl ins UMTS-Netz soll ganz ohne umständliche Konfiguration vonstatten gehen: der O2 Connection Manager bringt alle Einstellungen gleich mit. Die nach wie vor löchrige Abdeckung des eigenen UMTS-Netzes spricht laut O2 nicht gegen das neue Angebot, denn über 50 Prozent aller 3,6 Millionen Genion-Kunden leben in entsprechend versorgten Ballungsräumen.

Voraussetzung für die Datenservices ist ein Genion-Vertrag, der mit 9.99 Euro monatlich zu Buche schlägt und eine Homezone - ein lokal eingegrenzter Bereich, innerhalb dessen man zu deutlich verbilligten Konditionen telefoniert - beinhaltet. Surft man innerhalb der Homezone von O2 via UMTS, soll das mobile Internet 3 Cent pro Minute kosten, außerhalb der Homezone liegt der Minutenpreis bei stattlichen 9 Cent pro Minute. Will man die neue Freiheit professionell nutzen, kann man eines der speziellen Surfpacks dazubuchen, die 10, 20 oder 40 Stunden Online-Zeit für weitere 9.99, 14.99 bzw. 21.99 Euro pro Monat ermöglichen. Jede weitere Minute kostet wieder 3 Cent. Darüber hinaus wird es Tarife mit Inklusivvolumina von 500 MByte, 1 und 2 GByte geben. Die Preisstaffelung ist hier identisch mit den Zeittarifen. Bei Überschreitung des Volumens fallen 15 Cent für jedes weitere MByte an.

Auch die Entwicklung der festen Breitbandleitungen geht nicht am Mobilnetzbetreiber vorbei. Abgesehen von der Telekom-verschwägerten T-Mobile wagt sich O2 als erster Netzbetreiber ans Thema DSL, und zwar mit Unterstützung der neuen Unternehmensmutter Telefonica Moviles: Über die Festnetzleitungen der deutschen Tochter des spanischen Kommunikationsriesen plant O2, ab dem 3. Quartal 2006 ein neuartiges ADSL2+-Angebot zu schaffen, das Daten mit 16 MBit/s übers Festnetz schaufelt. Kunden, die sich für O2-DSL entscheiden, sollen ihre monatlichen Fixkosten für Telekommunikation dramatisch senken können, wenn sie ausschließlich Produkte von O2 Germany nutzen. Genaue Aussagen über die Kosten wurden bisher aber noch nicht getroffen.

Die Strategie des Netzbetreibers könnte aufgehen: erstmals wäre ein Unternehmen in der Lage, mit UMTS-Homezone und kombiniertem DSL-Angebot die Deutsche Telekom und ihre Töchter für Endkunden potenziell überflüssig zu machen. Bislang sind wegen der Festnetzkabel, die die Telekom-Töchter T-Com und T-Online bewirtschaften, die Wechselmöglichkeiten zu alternativen Anbietern eingeschränkt. O2 könnte mit der Strategie von der Preisgestaltung bis zum Kundenservice alle Kommunikationsdienstleistungen (bis auf "echte" Festnetztelefonie) aus einer Hand anbieten, damit den Rechnungsberg beim Kunden abbauen und mehr Transparenz auf dem Markt schaffen.

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