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Nvidia Shield Tablet – Erster Eindruck

22.07.2014 | 15:00 Uhr |

Mit dem Nvidia Shield Tablet stellt der Chip-Hersteller ein Tablet vor, das Spiele auf dem Grafik-Niveau von Spiele-PCs bieten soll. Möglich macht das vor allem der verbaute Prozessor Tegra K1, der auf der leistungsfähigen GPU-Architektur "Kepler" basiert.

Die Nvidia-Shield-Familie, die vor allem durch die gleichnamige Android-Konsole bekannt wurde, bekommt Zuwachs: Das Shield Tablet sowie den drahtlosen Shield-Controller. Beide Geräte sind speziell für Gamer konzipiert, das Tablet soll laut Herstellerangaben eine Desktop-ähnliche Grafik bieten. Möglich macht das vor allem der verbaute Nvidia Tegra K1 . PC-WELT war beim vorgeschobenen Launch-Event in München dabei und konnte bereits Hand anlegen. Ab 14. August 2014 sollen die Geräte auch in Deutschland verfügbar sein.

Nvidia Shield Tablet: Technische Daten & Besonderheiten

Das Nvidia Shield Tablet verfügt über ein 8 Zoll großes IPS-LC-Display, das in Full-HD auflöst. An der Vorderseite befinden sich neben den Stereo-Lautsprechern auch die 5 Megapixel starke Frontkamera, die rückseitige Kamera knipst Fotos in der selben Auflösung. Wie schon bei den Tegra-Note-Tablets ist auch wieder der "DirectStylus" in der überarbeiteten zweiten Version dabei, der in einem Fach seinen Platz findet. Nvidia wird das Tablet in zwei Versionen anbieten: Einmal als eine reine Wifi-Variante mit 16 GB Speicher für 299,99 Euro, und zum anderen als Wifi- und LTE-Modell mit 32 GB für 379,99 Euro (jeweils UVP). Auf die Waage bringt das Tablet rund 390 Gramm, der Akku soll für 10 Stunden Video-Wiedergabe ausreichen. Beim Betriebssystem setzt Nvidia auf Stock-Android (also ohne spezielle Nutzeroberfläche) in der Version 4.4.2.

Hier der Querschnitt des Shield Tablet.
Vergrößern Hier der Querschnitt des Shield Tablet.
© Nvidia

Der interne Speicher lässt sich mit Micro-SD-Karten um bis zu 128 GB erweitern. Wert legt der Hersteller auch auf eine stabile und flotte WLAN-Verbindung und verbaut ein 802.11n-Modul mit MIMO-Technik (2 x 2), das neben der gängigen 2,4 GHz auch die weniger belastete 5-GHz-Frequenz beherrscht. Mit an Bord ist natürlich auch Bluetooth in der Version 4.0 sowie GPS / GLONASS und ein Bewegungssensor. An Schnittstellen stehen Ihnen einmal Micro-USB, einmal Mini-HDMI (1.4a) sowie einmal 3,5 Millimeter Klinke für Headsets zur Verfügung.

Nvidia Tegra K1: Mobiler Chip mit Desktop-Architektur

Beim Tegra K1 handelt es sich um einen SoC (System-on-a-Chip), der auf der leistungsfähigen Kepler-Architektur basiert. Ihr Debüt feierte die Architektur in der Nvidia Geforce GTX 680 . Ausgestattet ist der GPU-Teil mit ganzen 192 Shader-Einheiten (Cuda Cores). Den Computing-Part übernehmen vier Rechenkerne mit einer maximalen Taktrate von 2,2 GHz, ein weiterer kleinerer Kern übernimmt aus Stromspargründen die Arbeit, wenn das Tablet nur gering ausgelastet ist: Diese Technik nennt Nvidia "4-Plus1" und ist bereits in den Vorgänger-Chips zum Einsatz gekommen. Unterstützend zur Seite stehen dem SoC rund zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. So sollen auch aufwendige Grafikmodule wie die Unreal-4-Engine kein Problem mehr sein und den Portierungsaufwand von PC zu Tablet reduzieren.

Drahtloser Nvidia Shield Controller

Der Shield Controller verbindet sich via Wifi Direct und verfügt über Android-Steuerlemente an der Oberseite und über ein Touchpad an der Unterseite (jesweils die grauen Bereiche).
Vergrößern Der Shield Controller verbindet sich via Wifi Direct und verfügt über Android-Steuerlemente an der Oberseite und über ein Touchpad an der Unterseite (jesweils die grauen Bereiche).
© Nvidia

Neu ist auch der drahtlose Gaming-Controller, der für Deutschland mit einem Preis von 59,99 Euro zu Buche schlägt. Anstelle mit Bluetooth verbindet sich das Gamepad allerdings via Wifi-Direct mit dem Shield-Tablet, um die Latenz zwischen Eingabe und Umsetzung im Spiel so gering wie möglich zu halten. Daher ist der Controller auch nur mit dem Shield-Tablet kompatibel. Nvidia bemüht sich aber, die nötigen Einstellungen auch für andere Android-Tablets verfügbar zu machen. Bis zu vier Shield-Controller lassen sich mit dem Tablet verbinden, auch andere Bluetooth-Modelle von Drittanbietern sollen problemlos funktionieren.

Vom Design her erinnert der Controller leicht an das bewährte Modell der Microsoft Xbox 360: Also zwei Analogsticks, ein Steuerkreuz auf der linken Seite sowie vier Knöpfe auf der rechten Seite und insgesamt vier Trigger-Tasten an der Rückseite. Zu den Besonderheiten zählen die berührungsempfindlichen Android-Steuerelemente an der Oberseite, während sich an der Unterseite ein kleines Touchpad befindet (siehe obiges Bild). Zusätzlich verbaut Nvidia noch ein Mikrofon, um so beispielsweise auch Google Now per Sprachbefehle zu bedienen. Alternativ lässt sich auch direkt ein herkömmliches Headset an den Shield Controller anschließen.

Software-Features für Gamer

Zum Launch des Shield Tablet bietet Nvidia bereits 11 hochwertige Spiele an, darunter Titel wie Half-Life 2, Portal, War Thunder oder Trine 2 – letztes Spiel ist beim Kauf übrigens auf dem Tablet vorinstalliert. Dann gibt es natürlich noch über 400 andere Android-Spiele, die auf die Bedienung via Controller optimiert sind. Zu den weiteren Software-Features zählt auch "Gamestream", das es Ihnen ermöglicht, Ihre PC-Spiele vom Desktop-Rechner mit Nvidia-Geforce-GTX-Grafikkarte auf Ihr Tablet zu streamen und dort zu spielen. Der Konsolenmodus ermöglicht das Spielen mit insgesamt vier Spielern am großflächigen TV-Bildschirm in echten 1080p. Übrigens kann das Tablet auch Inhalte in 4K via HDMI darstellen. Letztes Feature ist besonders für Let's-Player interessant: Twitch ist bereits nativ integriert und ermöglicht somit im Zusammenspiel mit Nvidia Shadowplay das Streamen Ihres Gameplays auf die Platfform, sogar live und mit Bild des Spielers dank der hochauflösenden Frontkamera.

Der Konsolenmodus des Shield-Tablets.
Vergrößern Der Konsolenmodus des Shield-Tablets.
© Nvidia

Der mitgelieferte Stylus soll besonders in der vorinstallierten Mal-App "Nvidia Dabbler" seine Stärken ausspielen und dank GPU-Unterstützung realisitisches Mal-Vergnügen bieten. Neben dem Controller bietet Nvidia auch ein Cover an, um das Tablet in drei verschiedenen Winkeln aufzustellen. Für das Cover werden rund 30 Euro fällig sein. Des Weiteren gelobt Nvidia, das Tablet mit OTA-Updates (Over the air) stets auf dem neusten Stand zu halten.

Erste Eindrücke: Wir hatten auf dem Launch-Event Gelegenheit, das Shield-Tablet in verschiedenen Szenarien live mitzuerleben oder auch selbst zu bedienen. Der Gamestream des Rennspiels GRID 2 über das Tablet auf einen Fernseher klappte flott, auch die Bedienung mit dem Controller war augenscheinlich nicht verzögert. Auch eine Partie Trine 2 auf dem TV im Konsolenmodus sah hübsch aus und machte einen durchweg flüssigen Eindruck, ein zweiter Spieler konnte sich ohne Umwege mit einem Shield-Controller ins Spiel einklinken. Auch das Free-to-Play "War Thunder" war beeindruckend detailreich, auch wenn die Steuerung mit den Analogsticks etwas hakelig war. Schlussendlich klappten auch die Demonstrationen des Twitch-Streams und die Spracheingabe via Google Now ohne Probleme. Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit der Tablet-Akku die enorme Rechenpower stemmen kann. Doch der erste Eindruck lässt hoffen, dass sich das mobile Spielen endlich auf die nächste Ebene hebt.

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