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Nutzerdaten aus Tor-Netzwerk gestohlen

31.07.2014 | 19:05 Uhr |

Über ein halbes Jahr hinweg wurde die wahre Identität von Tor-Nutzern ausgespäht. Verantwortlich für den Angriff ist möglicherweise eine US-Universität.

Das zur Anonymisierung gedachte Tor-Netzwerk wurde von unbekannten Hackern angegriffen. Anwender, die den Dienst zwischen dem 30. Januar und dem 4. Juli 2014 genutzt haben, seien nach Angaben der Betreiber von dieser Attacke betroffen. Ihre echte Identität sei nicht mehr geschützt.

Der Angriff steht möglicherweise in Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt zweier Wissenschaftler an der Carnegie-Mellon Universität. Diese hatten angekündigt, auf der Black Hat Sicherheitskonferenz ein Verfahren vorzustellen, mit dem die Identität von Tor-Nutzern entschlüsselt werden könne. Dazu sei ein Budget von maximal 3.000 US-Dollar nötig.

Die Präsentation wurde jedoch im letzten Moment durch Anwälte der Universität abgesagt. Zusätzliche Brisanz erhält das Thema, da das Software Engineering Institute, an dem die Forschungen vorangetrieben wurden, zu großen Teilen vom US-Verteidigungsministerium finanziert wird.

Tor & Co.: Sicher und anonym ins Internet

Auf Anfragen der Tor-Betreiber reagierte die Universität bislang nicht.

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