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Nur noch gute Nachrichten im Web lesen

14.12.2005 | 11:55 Uhr |

Überall nur schlechte Nachrichten: Im Fernseher sehen Sie Bilder vom jüngsten Anschlag im Irak, im Radio hören Sie, dass es infolge von Eisregen zu einer Massenkarambolage auf der Autobahn gekommen ist, in der Tageszeitung springt Ihnen die Schlagzeile entgegen, dass die Bundesregierung die Mehrwertsteuer erhöht und im Web lesen Sie von einer neuen Sicherheitslücke in Ihrer Lieblingssoftware. Wenn Sie von all diesen Horrornews die Nase voll haben, bleibt Ihnen aber happynews.com. Auf dieser Website finden Sie nämlich nur gute Nachrichten.

Wer sich in den USA über das Weltgeschehen informiert, dem geht es nicht anders als einem deutschen Leser: Überall nur Negatives: Mord, Terror, Umweltkatastrophen und Entlassungen prägen die Schlagzeilen in Zeitungen, Fernsehen und Internet. Dass dem nicht so sein muss, beweisen die Macher von happynews.com . Auf dieser Website gibt es ausschließlich Positives zu lesen – was fast zwangsläufig dazu führt, dass es nur wenige Nachrichten aus der Welt der Politik auf dieses Infoportal schaffen. Dafür dominiert oft Zwischenmenschliches.

Die Nachrichten gliedern sich in gängige Rubriken wie "International", "National", "Science" oder "Sports". Nur dass man in einem Bericht über den Irak aus der Kategorie "International" eben nichts über die dortigen Terroranschläge, Entführungen oder geplünderten Ausgrabungsstätten findet, sondern davon liest, dass mehrere zehntausend in den USA ansässige Iraker an den Wahlen für Ihr Heimatland teilnehmen werden.

Und in der Rubrik "Health" steht ausnahmsweise nichts darüber, dass die Zahl der HIV-Infizierten schon wieder gestiegen ist. Stattdessen kann man lesen, dass sich Frauen durch regelmäßiges Tee-Trinken anscheinend vor Eierstockkrebs schützen können.

Wenn von US-Truppen schon mal die Rede ist, dann nicht in Zusammenhang mit blutigen Kämpfen, sondern weil die GIs junge Raubkätzchen in Äthiopien retten.

Falls Sie selbst eine gute Nachricht kennen, können Sie die Redaktion von Happynews darüber informieren. Vielleicht erscheint Ihr Vorschlag ja tatsächlich auf dieser Website, die nur Gutes berichtet. Und wie bei nahezu jeder Nachrichtenseite können Sie auch hier einen Newsletter mit den glücklichen Schlagzeilen abonnieren. Einen RSS-Feed gibt es ebenfalls. Ach ja, falls Sie doch einmal Lust auf "unhappy news" haben, so finden Sie einige Weblinks dazu links unter auf der Website zusammengefasst - mit CNN oder BBC beispielsweise. Die Verantwortlichen von Happynews beweisen hier fast schon schwarzen Humor.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Happynews.com ist ausschließlich in englischer Sprache verfasst. Aber für ausschließlich gute Nachrichten lohnt sich die Mühe.

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