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Novell tut sich schwer mit Linux-Umstieg

11.04.2006 | 12:01 Uhr |

Wenn ein Unternehmen zu den führenden Linux-Herstellern gehört, sollte man eigentlich erwarten, dass es auch intern hauptsächlich oder sogar ausschließlich Linux einsetzt. Doch die Mehrheit der Novell-Mitarbeiter klammert sich bisher an Windows, nur der kleinere Teil der Unternehmensrechner ist ausschließlich mit dem Open-Source-Betriebssystem bestückt.

Novell setzt spätestens seit der Übernahme von Suse Linux auf das Open-Source-Betriebssystem. Doch die Mehrheit der Mitarbeiter von Novell sieht das offensichtlich anders und bevorzugt nach wie vor Windows auf ihren Arbeitsrechnern oder hält sich zumindest ein Hintertürchen offen.

Mehr als die Hälfte der Unternehmensangestellten kann optional Windows hochfahren und mit MS Office arbeiten. Das erklärte kürzlich Ron Hovsepian, Präsident von Novell, wie die englischsprachige IT-Nachrichtenseite Zdnet Australia berichtet.

Demnach würde nur zirka 2000 der derzeit 5000 Bediensteten ausschließlich Linux nutzen, alle anderen säßen an Rechnern, auf denen sowohl Linux als auch Windows parallel installiert seien. Die Galgenfrist der Parallelboot-Fraktion läuft aber bald ab, vermutlich im Laufe des nächsten Jahren sollen die 3000 Windows-Nutzer ebenfalls auf eine reinrassige Linux-Umgebung umziehen.

Novell begann den hausinternen Umstieg von Windows und MS Office auf Linux und Openoffice.org im März 2004. Für Novell ist der Umstieg eine wertvolle Erfahrung, die das Unternehmen bei der Betreuung seiner Kunden nutzen kann. Denn erfahrungsgemäß läuft der Wechsel von Windows zu Linux in Unternehmen und Behörden aufgrund der vielen individuellen Software-Lösungen meist schleppend. Limux – der Umstieg von Windows auf Linux in München – ist dafür das beste Beispiel, manche Linux-Anhänger meinen sogar, das Münchner Linux-Projekt sei die beste Werbung für Windows, die sich Microsoft wünschen kann.

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