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Reißender Absatz im 1. Quartal

15.05.2008 | 12:37 Uhr |

Notebooks top, Desktops flop - das ist das Fazit aus den PC-Verkaufszahlen im ersten Quartal 2008.

Von Wolfgang Leierseder

Das IDC-Chart zeigt, wie sich im 1. Quartal 2008 die PC-Käufe aufteilten. Fazit: Alle Marktteilnehmer kauften gerne ein.
Vergrößern Das IDC-Chart zeigt, wie sich im 1. Quartal 2008 die PC-Käufe aufteilten. Fazit: Alle Marktteilnehmer kauften gerne ein.
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Der Computer-Markt in Westeuropa hat ein erfreuliches Quartal hinter sich. 24,4 Millionen PCs gingen über die Ladentheken - inklusive Notebooks und Thin Clients. Das entspricht einem Zuwachs von 20,6 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2007, fand IDC heraus.

Vor allem beschwingt durch den aggressive Preiskampf bei Notebooks wechselten13,2 Millionen Notebooks den Besitzer und beschwerten den Herstellern ein Plus von 46,7 Prozent. Die Notebook-Begeisterung der vergangenen Quartale setzte sich also ungemindert fort - und ging wie gehabt zu Lasten der traditionellen Desktops. Nur 10,6 Millionen PCs ergaben ein zwar wenig auffälliges Minus von 0,9 Prozent, doch, wie IDC-Analysten Eszter Morvay gegenüber ChannelPartner erklärte, haben sich PC-Hersteller bereits dauerhaft auf den Rückgang ihrer Verkaufszahlen eingestellt. "Der Trend zum Notebook ist nicht umzukehren", sagte sie. "Das weiß die Industrie."

Nun bedeutet dieser Trend auch langfristig nicht das Verschwinden der Desktops vom Schreibtisch. Nach wie vor bevorzugen Unternehmen Standard-PCs als tägliches Arbeitsmittel. Das, so Morvay, zeigte dieses Quartal deutlich: Es fiel in ein Abschreibungsjahr, und dieses nützen Unternehmen für kräftige IT-Investitionen. Doch Morvay warnte: "Sobald die Neuanschaffungen getätigt sind, wird der Bedarf nach Desktop-PCs wieder deutlich sinken."

Mit Blick auf Osteuropa und den Nahen Osten sagte sie, dass von den Ländern dieser Regionen starke Impulse ausgingen. So habe der osteuropäische Markt die Verkaufszahlen aller PCs um rund 30 Prozent in die Höhe getrieben; in der Region Naher Osten und Afrika sogar um 34 Prozent.

Deutscher Markt
In Deutschland ermittelte IDC einen allgemeinen Zuwachs der Rechner um 17,6 Prozent. Damit lag er über den Erwartungen des Marktforschers und beschwerte den Anbietern das dritterfolgreichste Quartal seit 2006. "Die starke deutsche Wirtschaft, der kaufkräftige Euro und die deutlichen Preissenkungen" führte Morvay als Gründe dieses Zuwachses in einem eigentlich gesättigten Markt an.

Auch hierzulande haben die PC-Hersteller erheblich von dem boomenden Notebook-Markt profitiert. 44 Prozent mehr verkaufte Notebooks als im Vergleichsquartal 2007 - damit ließen sich gute Geschäfte in allen Segmenten - Endkunden, SMB und Unternehmen mit 500 Mitarbeitern und mehr - machen.

Dieser Marktbereich wird angetrieben von FSC, Hewlett-Packard, von Acer und der wieder erstarkten Dell. Aber auch Medion, Toshiba und Apple zählen zu den Top Ten-Anbietern. Insgesamt zeichnet sich IDC zufolge ab, dass der Retail-Kanal der Durchlauferhitzer für das Endkundensegment und die Neuanschaffungen kleinerer Unternehmen ist.

Im Desktop-Markt konnte IDC zufolge FSC verlorenen Boden insbesondere mit Behörden- und anderen Projekten wieder gut machen. HP hingegen profitierte vom Austausch älterer Rechner in größeren Unternehmen, Dell allgemein von Unternehmenskäufen. Acer hingegen konnte im Endkundengeschäft punkten.

Zum Markt für billige Mini-Notebooks merkte IDC an, Asus habe damit einen Renner gelandet. Doch andere Anbieter haben bereits angekündigt, mit eigenen Mini-Notebooks zu konkurrieren. (wl)

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