82444

Norwegische Regierung wendet sich von Microsoft ab

15.07.2002 | 17:04 Uhr |

Die norwegische Regierung wird ihren zweijährigen Lizenzvertrag mit Microsoft nicht verlängern, wie ein Regierungssprecher heute mitteilte. Im Zuge der Wettbewerbsbelebung sollen nun auch andere Software-Anbieter berücksichtigt werden.

Die norwegische Regierung wird ihren zweijährigen Lizenzvertrag mit Microsoft nicht verlängern, wie ein Regierungssprecher heute mitteilte. Norwegens Minister für Arbeits- und Regierungs-Administration, Victor Norman, entschied sich gegen eine Verlängerung des Select-5.0-Software-Lizenzvertrages, der am 30. November dieses Jahres auslaufen wird.

Der Schritt soll andere Software-Hersteller ermuntern, sich dem Wettbewerb um den öffentlichen IT-Sektor zu stellen, wie der Regierungssprecher mitteilte. Das Select-Programm wurde für Unternehmen sowie öffentliche und akademische Einrichtungen entwickelt und bietet verschiedene Produkt- und Kaufmöglichkeiten. Der norwegische Vertrag gilt für öffentliche Einrichtungen auf nationaler, landes- und lokaler Ebene mit mehr als 400 Arbeitsplätzen, so der Sprecher. Öffentliche Einrichtungen erhalten von Microsoft einen Rabatt auf Software-Produkte, sie müssen diese aber nicht kaufen.

In bestimmten öffentlichen Bereichen betrage der Anteil von Microsoft-Anwendungen 95 Prozent, demnach würde der Einsatz von Open-Source-Software wie beispielsweise Linux, den Wettbewerb in diesem Bereich beleben, so der Sprecher.

Mit der Entscheidung, den Vertrag nicht zu verlängern "sendet die Regierung ein Signal an andere Software-Unternehmen, dass sie offen für Alternativen sei", so der Sprecher.

Philippinen entwickeln eigenes Linux für Regierung (PC-WELT Online, 25.06.2002)

Steckt Microsoft hinter Anti-Linux-Studie? (PC-WELT Online, 07.06.2002)

Linux in der Bundesverwaltung: heute Vertragsunterzeichnung (PC-WELT Online, 03.06.2002)

0 Kommentare zu diesem Artikel
82444