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Norwegen: Stadt Bergen legt Linux-Pläne (zum Teil) aufs Eis

04.09.2006 | 12:33 Uhr |

Vor zwei Jahren sorgte die Entscheidung der norwegischen Stadt Bergen, die Server und Client-PCs aller öffentlichen Einrichtungen komplett auf Linux umzustellen, für viel Aufsehen. Diese Pläne liegen nun jedoch zum Teil auf Eis.

In Zeiten knapper Budgets und der Hoffnung auf offene Strukturen haben in den letzten Jahren immer mehr Städte, Gemeinden und Kommunen angekündigt, ihre IT-Struktur komplett auf Linux umstellen zu wollen. Die Hauptargumente waren dabei meist der Verweis auf Kostenersparnisse und transparente Systeme, die Anbieter wie Microsoft aus Sicht der Verantwortlichen nicht bieten.

Einer der prominentesten "Umsteiger" war die Stadt Bergen in Norwegen, die vor zwei Jahren einen kompletten Wechsel angekündigt hat. Der Plan sah dabei vor, die komplette Server-/Client-Struktur auf das offene Betriebssystem umzustellen. Client-seitig sollte dabei Suse Linux zum Einsatz kommen. Von der Umstellung betroffen gewesen wären etwa 15.000 Angestellte der Stadt sowie rund 36.000 Lehrer, Schüler und Studenten, die dann von Microsoft Windows hätten Abschied nehmen müssen.

Was die Client-Seite betrifft, haben sich die Verantwortlichen von Bergen mittlerweile aber umentschieden. Linux soll demnach nur noch auf den städtischen Servern zum Einsatz kommen, bei den Client-Rechnern bleibt alles beim Alten, sprich bei Microsoft. Dies berichten unsere norwegischen Kollegen der Computerworld Norge .

Der Direktor für Wettbewerb und Entwicklung, Lars Tveit, erklärte dazu, dass die Stadt Bergen Linux nur noch dort einsetzen wolle, wo es Sinn macht. "Ein übertriebener Glaube an Linux kann dazu führen, dass man den Fokus verliert und anderen, wichtigen Aufgaben schadet", so Tveit. Und weiter: "Wir nutzen Microsoft (-Produkte) und haben auch keine Pläne sie zu ersetzen. Es wäre zu kostspielig, alle unsere Anwender für das neue System zu schulen."

Aus Sicht des Gartner-Analysten Peter Hidas kommt dieser Schritt nicht überraschend. Das Marktforschungsunternehmen sei schon immer der Ansicht gewesen, dass Linux auf dem Desktop noch einen weiten Weg vor sich habe und es vielleicht nie schaffen werde, so Hidas. "Bergens Entscheidung ist nicht überraschend. Linux kann am besten bei der Infrastruktur und Datenbank-Servern eingesetzt werden, wo das System im Hintergrund läuft", so Hidas.

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