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Nordkorea startet Netflix-Klon - Netflix kontert witzig

25.08.2016 | 12:42 Uhr |

Nordkorea startet seinen eigenen Video-Streaming-Dienst: Manbang. Das offensichtliche Vorbild Netflix erkennt die nordkoreanische Überlegenheit an und reagiert auf witzige Weise.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un weiß, was sein Volk braucht. Nein, nicht etwa ausreichend zu essen, funktionierende Heizungen, Rede- und Versammlungsfreiheit, Demokratie, moderne Autos und Smartphones und auch sonst einen erträglichen Lebensstandard. Sondern Video-Streaming à la Netflix – aber in der nordkoreanischen Interpretation.

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Deshalb hat Kim Jong Un einen eigenen Video-Streaming-Dienst für sein vom Rest der Welt ziemlich abgeschlossenes Volk beschlossen. Mit dem Namen Manbang (klingt auf englisch arg zweideutig, aber auf koreanisch bedeutet es „überall“; das US-amerikanische Vorbild Netflix wird natürlich nirgends erwähnt). Verantwortlich für Manbang ist das nordkoreanische Staatsfernsehen Korea Central Television KCTV. Für den Zugang ist eine Settop-Box erforderlich, die mit dem nordkoreanischen Intranet verbunden wird.

Funktionsweise von Manbang: Die Verbindung zwischen Telefonanschluss, Modem, Settop-Box und HDMI-Port des Fernsehers.
Vergrößern Funktionsweise von Manbang: Die Verbindung zwischen Telefonanschluss, Modem, Settop-Box und HDMI-Port des Fernsehers.
© Korean Central Television (KCTV)

Um Manbang schauen zu können, muss man aber ziemlich privilegiert sein. Denn nur wenige Hundert oder höchstens einige Tausend Nordkoreaner haben Zugang zur nordkoreanischen Variante des Internets, das eine Art Intranet für Nordkorea ist und somit streng vom eigentliche Internet abgeschirmt wird. Doch diese wenigen Privilegierten dürfen auf Manbang die in Nordkorea selbst produzierten Filme gucken.

Der inhaltliche Schwerpunkt von Manbang soll auf „Dokumentarischem“ liegen. Vermutlich wird Manbang als besonders spannende Reden des großen Führers und beispielhafte Aufnahmen aus Nordkorea sowie Historisches auf den fünf empfangbaren Sendern zeigen. Damit die Nordkoreaner endlich sehen, wie es bei ihnen wirklich zugeht. Außerdem soll man Meldungen der Zeitung Rodong Sinmun und der staatlichen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) lesen können. Zudem soll es Angebote zum Erlernen der russischen und englischen Sprache geben. Die Zuschauer sollen auf Manbang nach Titeln und Kategorien suchen können.

Zum Start soll Manbang in diesen nordkoreanischen Städten verfügbar sein: Der Hauptstadt Pjöngjang sowie in Sinuiju und Sariwon.

Netflix reagiert witzig

Netflix sieht sich selbst nur als billige Kopie von Manbang ;-)
Vergrößern Netflix sieht sich selbst nur als billige Kopie von Manbang ;-)

Und Netflix? Hat bereits reagiert und seine Statusbeschreibung auf Twitter in "Manbang knockoff" (englisch: billige Manbang-Kopie) geändert.

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