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Nordkorea eröffnet PC-Fabrik

08.06.2001 | 11:27 Uhr |

Nordkorea hat seine erste PC-Fabrik eröffnet. Trotz Embargo hat das kommunistisch geführte Land bereits mehrere hundert PCs mit Intel-Prozessoren fertig gestellt. Dies berichtet die Zeitung "People´s Korea" aus Tokio. Sicherheitsexperten sehen diesen Vorgang kritisch, aber gefasst.

Nordkorea hat seine erste PC-Fabrik eröffnet. Trotz Embargo hat das kommunistisch geführte Land bereits mehrere hundert PCs mit Intel-Prozessoren fertig gestellt. Dies berichtet die Zeitung "People´s Korea" aus Tokio.

Die Zeitung, die als inoffizielles Sprachrohr der Regierung in Pjöngyang fungiert, berichtet weiter, dass die Fabrik mit Unterstützung des Ministeriums für elektronische Industrie errichtet wurde und "in der Lage ist, aktuelle PCs, ausgestattet mit Intel Pentium- und Celeron-Prozessoren herzustellen."

Die Rechner sollen in Schuleinrichtungen eingesetzt werden, um "talentierte" Schüler am Computer zu trainieren. Diese Einrichtungen sind mit einem wachsenden einheimischen Netzwerk verbunden, in dem große Organisationen, Fabriken, Unternehmen und verschiedenen Regierungsausschüssen vernetzt sind. Über einen Anschluss ans Internet verfügt Nordkorea bislang nicht.

Der Bau der Fabrik bestätigt die Vermutungen von Experten, dass verschiedene Hardware-Produkte, inklusive aktueller Prozessoren - trotz Embargo - das kommunistische Land erreichen. Vermutlich werden diese über China nach Nordkorea geschleust.

Jim Lewis, Director des "Technology program at Center for Strategic and International Studies" in Washington, D.C., sieht die Angelegenheit gelassen. "Es gibt einfach so viele dieser Sachen, Computer und Prozessoren, dass es nicht mehr möglich ist, zu kontrollieren, wohin sie gehen. Intel produziert pro Monat etwas zehn Millionen Chips, die weltweit vertrieben werden, so dass der Gedanke, dass Nordkorea ein paar hundert davon besitzt, nicht überrascht."

Experten gehen auch nicht von einer militärischen oder Sicherheitsgefahr aus. Da PCs dann am besten arbeiten, wenn auch die sie umgebende Infrastruktur hoch entwickelt ist und dies bei Nordkorea nicht der Fall ist, sehen Experten keine unmittelbare Gefahr.

Doch auch in Nordkorea scheint Microsoft kritisch gesehen zu werden. So haben es Techniker zwar geschafft, Anwendungen für die Windows-Oberfläche zu programmieren, dennoch plant Nordkorea laut "People's Korea" ein eigenes Betriebssystem.

Internet unkontrollierbar (PC-WELT Online, 01.03.2001)

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