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Nordkorea-Linux sieht aus wie Mac OS X

04.02.2014 | 13:37 Uhr |

Red Star ist eine Auftragsarbeit aus Nordkorea. Das Linux-OS dient dem Volk unter anderem zum Surfen im nordkoreanischen Intranet. Der eingesetzte Mozilla-Browser wurde in "Mein Land" umbenannt.

Nein, auf diesem Screenshot ist nicht die koreanische Übersetzung von Apples OS X zu sehen. Zu sehen ist vielmehr die Linux-Variante Red Star 3.0, entwickelt von Nordkorea. Die extreme Ähnlichkeit zu Mac OS ist aber nicht von der Hand zu weisen. Das drei Jahre alte Red Star 2.0 erinnerte noch eher an Windows 7 . Doch inzwischen scheinen sich die Entwickler des KCC (Korea Computer Center) aus Nordkorea Apple zum optischen Vorbild erkoren zu haben. Red Star 3 wurde vermutlich Mitte 2013 veröffentlicht - doch erst jetzt gelangte ein Sceenshot über einen Computerwissenschaftler in den Westen. Der Wissenschaftler, Will Scott, verbrachte ein Semester unterrichtend an der Pyongyang University of Science and Technology (PUST).

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Bereits seit rund zehn Jahren setzt die nordkoreanische Regierung auf Red Star als Betriebssystem. Der integrierte Mozilla-Browser, "Naenara" (das bedeutet "Mein Land" oder "Meine Heimat") kann allerdings nur auf das Intranet Nordkoreas zugreifen. Webseiten außerhalb der Diktatur bleiben dem normalen Bürger verschlossen. Das Intranet dient vor allem der Verbreitung von (regierungskonformen) Informationen und PDF-Dateien von Büchern und wissenschaftlichen Abhandlungen. Nicht zuletzt wird über das Intranet politische Propaganda verbreitet. Als weiterer Bestandteil findet sich in Red Star "Wine", mit dem Sie Windows-Software unter Linux starten können.

"Mein Land" wurde schon im Vorgänger eingesetzt, welches ein russischer Student für umgerechnet 3,60 Euro vor einigen Jahren erstehen und anschließend darüber berichten konnte. Mit an Bord waren eine Textverarbeitung, Mail-Client, Antiviren-Software, ein Multimedia-Player und einige Spiele.

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