15.08.2010, 14:08

pte

Nomad Editions

Magazin-Veteranen revolutionieren mobiles Lesen

Die zunehmende mobile Mediennutzung auf Smartphones und Tablet-Geräten zwingt die gebeutelte Zeitungs- und Zeitschriftenbranche zu einem radikalen Bruch mit traditionellen Geschäftsmodellen.
Dass sich der zunehmende Konkurrenzdruck durchwegs positiv auf die Experimentierfreudigkeit der Medienmacher auswirken kann, beweist ein innovatives digitales Magazinprojekt aus den USA. Dort haben sich mehrere Brachenveteranen zusammengetan, um unter dem Titel "Nomad Editions" eine neuartige Zeitschrift herauszugeben, die speziell auf die veränderten Anforderungen der mobilen Mediennutzer zugeschnitten ist. Das Konzept von Nomad Editions basiert dabei im Wesentlichen auf einem Abonnement-Magazin, das Lesern mit einem Mindestmaß an betrieblichen Fixkosten den höchstmöglichen Output an qualitativ hochwertigen und professionell designten digitalen Inhalten zu den verschiedensten Themenbereichen bietet. Umgesetzt wird dieses ambitionierte Vorhaben von einem kleinen festen Stamm von rund einem Dutzend Mitarbeitern. Der Löwenanteil der Beiträge des Magazins, das ab 15. Oktober einmal wöchentlich erscheinen soll, kommt von freien Journalisten - sogenannten "Freelancern".
Diese freien Mitarbeiter werden laut Mark Edmiston, ehemaliger Präsident beim US-Nachrichtenriesen Newsweek und nunmehriger CEO von Nomad Editions, mit bis zu 30 Prozent an den wöchentlich erzielten Abonnementeinnahmen fair für ihre Leistungen entschädigt. "Wer im Durchschnitt 50.000 Leser pro Jahr für seine Artikel interessieren kann, kommt so auf ein Jahresgehalt von 50.000 bis 60.000 Dollar", rechnet der Nomad-Editions-CEO vor.
"Das Gehalt von Journalisten kann sich nicht danach richten, wie viele Leser ihre Artikel anklicken. Eine faire Bezahlung muss sich vielmehr aus dem jeweiligen Rechercheaufwand auf Basis eines fix vereinbarten Honorars berechnen", kritisiert Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), auf Nachfrage von pressetext. Der Experte geht davon aus, dass ein Modell à la Nomad Editions im deutschsprachigen Raum keine Erfolgschancen hätte.
"Es gibt einen klaren Bedarf an hochqualitativen Inhalten auf mobilen Endgeräten. Beste Beweise hierfür sind das unglaubliche Wachstum im E-Book-Sektor und die enorm hohe Nachfrage nach Magazin-Apps für das iPad", stellt Edmiston fest. Um dieses Marktpotential ausnutzen zu können, reiche es nicht, die bereits bestehenden Inhalte von herkömmlichen Print- oder Online-Publikationen für mobile Endgeräte zu adaptieren. "Das Content-Angebot muss von Grund auf speziell für die mobile Nutzung entwickelt werden", ist Edmiston überzeugt.
(pte)
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