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Nokia erwirkt Lieferstopp für HTC One-Mikrofon

23.04.2013 | 16:26 Uhr |

Nokia hat vor einem niederländischen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Hersteller des Mikrofons für das Android-Top-Smartphone HTC One erwirkt. Noch ist unklar, ob und welche Auswirkungen das Urteil auf den weiteren Verkauf von HTCs wichtigstem Androiden hat.

Der finnische Smartphone-Hersteller Nokia beschuldigt den Elektronik-Produzenten STMicroelectronic hochwertige Mikrofone an den Nokia-Konkurrenten HTC zu liefern, die Nokia entwickelt habe. Nokia hat deshalb vor einem Amsterdamer Gericht einen Verkaufsstopp gegen STMicroelectronic erwirkt. STMicroelectronic darf ab sofort keine Mikrofone mehr an HTC liefern. Die besagten Mikrofone, die Nokia entwickelt hat, baut HTC in seinem Top-Android-Smartphone HTC One ein. STMicroelectronic dürfe diese Mikrofone ausschließlich für Nokia produzieren, wie der Nokia-Sprecher Brett Young betont hat.
 
Der Lieferstopp für  STMicroelectronic gelte nicht nur für die Niederlande, sondern weltweit. STMicroelectronic hat seine Firmenzentrale in Genua, ist als Holding aber in den Niederlanden registriert und zwar in Amsterdam.
 
HTC habe von Nokia keine Lizenz für den Einbau des Mikrofons beantragt oder erhalten, obwohl der taiwanische Smartphone-Hersteller unter anderem mit der besonderen Leistungsfähigkeit des Mikrofons des HTC One werben würde.
 
Das umstrittene Mikrofon verbaut Nokia in allen seinen Windows Phone 8-Geräten mit Ausnahme des Lumia 520. Das Mikrofon könne mit seiner High Amplitude Audio Capture (HAAC)-Technologie ein breiteres Audio-Spektrum erfassen als konventionelle Mikrofone.
 
HTC zeigte sich von dem Urteil enttäuscht, wie taiwanische Medien berichten. HTC gehe im Moment nicht davon aus, dass der Lieferstopp unmittelbare Auswirkungen für das taiwanische Unternehmen habe, wie ein HTC-Sprecher mitteilte. HTC wolle sich sofort um Alternativen umschauen und berate sich derzeit mit STMicroelectronic.

Analysten sehen das Urteil mit Sorge. Sollte HTC den Lieferanten für sein Mikrofon wechseln müssen, so verliert das Unternehmen kostbare Zeit. Denn das HTC One ist das wichtigste Gerät von HTC. Jeder Verzögerung beim Verkauf oder bei der Auslieferung würde HTC noch mehr Marktanteile kosten. STMicroelectronics wiederum müssen sich auf Schadensersatzforderungen von Nokia und HTC einstellen. Zudem dürfte STMicroelectronics als Lieferant einen erheblichen Vertrauensverlust erleiden.

 

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