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Nokia vor Comeback – mit Android

19.05.2016 | 09:46 Uhr |

Nokia steht als Hersteller von Mobiltelefonen vor dem Comeback. Über das neu gegründete finnische Unternehmen HMD Global, das alle Markenrechte an „Nokia“ für Mobilgeräte erhält. Als Betriebssystem kommt nur noch Android zum Einsatz.

Gestern teilte Microsoft mit, dass es seinen Geschäftsbereich für Feature Phones an FIH Mobile Ltd., ein Tochterunternehmen von Foxconn verkauft. Dabei ging fast unter, dass Nokia Technologies, die einstige Nummer 1 unter den Handy-Herstellern, vor einem Comeback steht. Mit neuen Nokia-Smartphones und Nokia-Tablets, die mit Android laufen.

Der finnische Konzern Nokia Technologies teilte nämlich mit, dass er mit dem neuen Unternehmen HMD Global einen Vertrag geschlossen hat, das die alleinigen Markenrechten an „Nokia“ für Smartphones und Tablets und auch das Recht zur Nutzung bestimmter Designelemente von Nokia-Handys erhält. HMD Global soll für Nokia Smartphones und Tablets fertigen. Auf diesen Mobilgeräten läuft aber weder ein Nokia-eigenes Betriebssystem noch Windows Mobile, sondern Android. HMD Global zahlt für die Nokia-Smartphones und Nokia-Tablets Lizenzgebühren an Nokia. Von Microsoft wiederum hat HDM Global die Markenrechte an „Nokia“ für Feature Phones bis zum Jahr 2024 lizenziert. Somit hält HMD Global mindestens bis zum Jahr 2024 alle Rechte an dem Markennamen „Nokia“ auf allen Arten von Mobilgeräten.

HMD Global hat seinen Firmensitz in Helsinki in Finnland. Das neue Unternehmen gehört dem Private Equity Fond Smart Connect LP und HMD-Managern. Teile des Führungspersonals von HMD Global sind ehemalige Nokia- und Microsoft-Manager, Nokia besitzt zudem einen Platz im Aufsichtsrat von HMD Global. Die Produktion der von HMD Global entwickelten Smartphones und Tablets erfolgt in China, vermutlich durch FIH Mobile Ltd. Darüber gibt es zwischen HDM Global und FIH Mobile sowie Nokia Technologies eine Vereinbarung. HMD Global will in den nächsten drei Jahren 500 Millionen US-Dollar investieren.

Sofern alle Aufsichtsbehörden zustimmen, soll der Deal 2016 über die Bühne gehen.

Nokia selbst will also keine Mobilgeräte herstellen, sondern sich weiterhin auf seine neue Rolle als Netzwerkausrüster konzentrieren. Darin sieht Nokia nach dem Verkauf der Handy-/Smartphone-Sparte an Microsoft sowie dem Verkauf von Here an Audi, BMW und Daimler seine Zukunft. Nokia hat für dieses Ziel vor einiger Zeit den französischen Telekommunikations-Hersteller Alcatel-Lucent für 15,6 Milliarden Euro übernommen.


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