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Nokia gibt Quellcode der S60 Python-Runtime frei

04.04.2006 | 17:59 Uhr |

Vor genau einem Jahr stellte Nokia seine Python-Runtime für S60-Smartphones vor, die insbesondere Entwicklern für schnelle "Proof-of-Concept"-Tests die Entwicklung von Software-Prototypen oder die Automation über Applikationsskripting ermöglicht.



Heute entschied sich das finnische Unternehmen zu einem interessanten Schritt: die Runtime, die als native Symbian-Applikation in der Lage ist, Python-Code auszuführen, wurde als Open Source-Projekt beim amerikanischen OS-Hoster Sourceforge.net veröffentlicht. Damit steht es jedem interessierten Entwickler frei, Einblick in die Interna des Python-Interpreters zu nehmen und ggf. Veränderungen und Bugfixes am Code vorzunehmen.



Besonders hilfreich dürfte diese Entscheidung für den einfachen Python-Developer nicht unbedingt sein, auch wenn er dazu beitragen kann, dass die S60-Variante des Interpreters deutlich schneller an aktuelle Strömungen im Python-Universum angepasst wird. Viel vorteilhafter könnte die Veröffentlichung für C++-Entwickler von nativen S60-Applikationen sein, die über den Quellcode Einblick in die Interna der Schnittstellen zu Bluetooth oder den Standardapplikationen nehmen und so ihre bestehenden Applikationen ggf. leichter um neue Funktionalität erweitern können. In diesem Zusammenhang sei auch die von Nokia federführend vorgenommene freie Implementierung eines Bluetooth-Stacks " Affix " genannt, mit der sich unter anderem PAN-Networking oder ein OBEX/FTP-Client realisieren lässt.

Die S60 Python-Runtime ermöglicht es, Python-Applikationen auf einem entsprechend ausgerüsteten Smartphone auszuführen. Nokia bietet Schnittstellen an, um solche Applikationen mit Hilfe des S60-eigenen Programmmanagers direkt vom Hauptmenü aus aufrufen zu können. In einer Python-Commandline können Befehle und einzelne Skripte ausgeführt werden, die sich bei Bedarf über das Tastenfeld des Telefons - sicherlich reichlich mühsam - eintippen lassen.

Dynamische native (C++-)Bibliotheken können direkt aus der Python-Umgebung geladen und deren exportierte Objekte genutzt werden, um so zum Beispiel die Kopplung mehrerer alleinstehender Applikationen über ein Python-Skript zu realisieren.

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