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Nokia-Studie: Telefonierst du noch oder spielst du schon?

Eine Studie von Nokia wirft einen Blick in die Herzen der Handy-Gamer. Abseits der damit verbundenen Werbeabsicht in eigener Sache geben die Finnen einen Einblick in Nutzervorlieben und -verhalten, der nicht nur für Entwickler und Publisher interessant sein dürfte.

Die geflügelten Worte einer "Next Generation of mobile Gaming" werden vor allem in Finnland gerne in den Mund genommen. In der Tat war und ist Nokia mit dem N-Gage und mit der kürzlich gelaunchten N-Gage Download-Plattform zentraler Vorreiter in diesem Bereich. Auch eine neue Studie der Finnen geizt nicht mit Superlativen und versucht, eine neue Generation von Handyspielen zu beschwören. Zukunftsmusik, Phantasterei oder Werbung fürs N-Gage-Portal? Wahrscheinlich von allem etwas - aber interessante Einblicke in einen Bereich mobiler Endgeräte, der immer noch in den Anfängen steckt, bietet die Studie allemal.

Weltweit wurden mobile Gamer nach ihrem Nutzungsverhalten befragt. Leider gibt Nokia weder an, wieviele Personen an der Umfrage teilgenommen haben, noch, wie die Befragten ausgewählt wurden. Die Demographie außen vor gelassen, offenbaren sich dennoch interessante Zahlen: demnach zockt die Mehrheit (ca. 80%) der Handyspieler im Durchschnitt mindestens einmal die Woche auf dem mobilen Endgerät, 34 Prozent spielen sogar täglich. Einmal das Spiel auf dem Handy gestartet, spielen die befragten Nutzer 28 Minuten pro Session. Die Spitzenplätze teilen sich Gamer in Indien mit 39 Minuten, in den USA mit 31 Minuten und in Thailand mit 29 Minuten pro Tag.

Überraschend ist, dass die mobilen Spiele eher selten auch unterwegs gespielt werden: der Anteil der Nutzer, die unterwegs spielen, liegt etwa gleichauf mit denen, die vorwiegend zu Hause zocken (61/62 Prozent). Der Grund für die Bemühung des Handys als Spielekonsole ist dagegen wenig überraschend: 56 Prozent der Befragten tun es, um die Zeit längerer Wartezeiten totzuschlagen.

Doch was wird eigentlich gespielt? Bei der Kaufentscheidung spielen ein gutes Gameplay (83 Prozent), die Replayability - die Möglichkeit ein Spiel mehrfach mit neuen Spielinhalten zu spielen - (79 Prozent) und das Spielgenre (78 Prozent) die Hauptrolle. Ein interessantes Ergebnis, das sich vor allem die Publisher zu Herzen nehmen sollten: wenn die Möglichkeit bestehen würde, ein Spiel als Trialversion vor dem Kauf zu testen, würden 43 Prozent mehr Zeit mit dem Spielen verbringen und mehr Spiele ausprobieren. Sie würden dann im Schnitt zwei bis drei Spiele pro Woche testen - ob sie die Spiele dann potenziell auch kaufen würden, bleibt unbeantwortet.

Als Bezugswege liegen das Internet und die WAP-Portale fast gleichauf. 34 Prozent der Befragten ziehen sich das Spiel via Computer aufs Handy, während 45 Prozent die Spiele direkt aufs Telefon laden. Ein deutlicher Trend sind laut Nokia Multiplayer-Games. Bereits 45 Prozent der Befragten spielen auf ihrem mobilen Endgerät mindestens einmal im Monat ein Spiel mit mehreren Personen via Bluetooth oder Internet.

"Die Kunden wollen großartige Grafik, großartige Stories und großartiges Gameplay und wir haben zugehört" - im Rahmen der Studie kündigte Jaakko Kaidesoja, Direktor der Abteilung Spiele und Multimedia bei Nokia, für das nächste Jahr Innovationen an, die die in der Studie sichtbar gewordenen Nutzervorlieben aufgreifen. Das Thema N-Gage ist übrigens mittlerweile zum Stiefkind bei Nokia mutiert: die mobile Spielekonsole mit Smartphone-Betriebssystem und Handy-Fähigkeiten blieb stets hinter den Erwartungen zurück. Sie bot zwar einen spannenden Ansatz, lieferte aber kein allzu überzeugendes Gaming-Erlebnis.

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