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Noch 72 Stunden für Napster

07.03.2001 | 11:44 Uhr |

Der kostenlose Musiktausch für Millionen von Fans über die Internet-Tauschbörse Napster steht vor dem Ende. Napster muss alle urheberrechtlich geschützten Titel aus dem Angebot nehmen. Dafür hat das Unternehmen nur 72 Stunden Zeit.

Der kostenlose Musiktausch für Millionen von Fans über die Internet-Tauschbörse Napster steht vor dem Ende. Napster muss alle urheberrechtlich geschützten Titel aus dem Angebot nehmen. Das hat Bundesrichterin Marilyn Hall Patel in San Francisco in einer einstweiligen Verfügung angeordnet.

Dafür hat das Unternehmen nur 72 Stunden Zeit. Der Countdown startet, sobald die Musikindustrie Napster die Titel der Songs, den Namen des Künstlers und die Copyrightnummer nennt. Ein Sprecher der Industrie äußerte sich zufrieden über die Entscheidung.

Das Urteil war keine Überraschung. Die Richterin bestätigte damit einen Beschluss vom Juli 2000. Damals hatte sie Napster zur Wahrung der Urheberrechte von Künstlern und Produzenten verpflichtet.

Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG), der größte Investor bei Napster, entwickelt nach eigenen Angaben zusammen mit der Tauschbörse die neue Software, mit der die Zahlung von Honoraren an Künstler möglich werden soll. "BeCG unterstützt Napster voll in allen Schritten, die die Firma unternimmt, um dieses neue Geschäftsmodell einzuführen", meinte BeCG-Vizepräsident Frank Sarfeld nach dem Urteil von San Francisco gegenüber der dpa.

Napster will nach eigenen Angaben ab Juli die kostenpflichtige Mitgliedschaft einführen. Musikfans sollen für eine monatliche Gebühr zwischen rund zehn und 20 Mark Titel über die Napster-Software bei anderen Mitgliedern herunterladen können.

Nach Informationen der "Financial Times" ist eine Einigung der großen Firmen mit dem "neuen Napster" nicht ausgeschlossen. Der Chef des französische Mischkonzerns Vivendi, Jean-Marie Messier, habe in London eine Kooperation als vorstellbar bezeichnet. Vivendi kontrolliert die Musikanbieter Universal und Seagram. Das geplante Joint Venture mit Sony, Duet, könnte laut Messier Lizenzen an Napster vergeben, sobald die Tauschbörse ihren kostenpflichtigen Abonnenten-Service verwirklicht habe. (PC-WELT, 07.03.2001, dpa/ ml)

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