13082

Raubkopierer-Attacke per R4-Chip aus China

26.11.2007 | 14:29 Uhr |

Ein Chip mit dem harmlosen Namen „R4“ sorgt für Unruhe bei Nintendo. Der Chip hat es nämlich in sich: Er hebelt die Anti-Kopiermechanismus der tragbaren Konsole aus und erlaubt es somit, auf einem Nintendo DS jede beliebige, aus dem Internet heruntergeladene Kopie eines Spiels abzuspielen.

Laut Medienberichten wurde der „R4“ in China entwickelt und wird von dort aus an ganz Asien geliefert und verbreitet. Er wird für umgerechnet knapp 30 Euro angeboten. Auch in Akihabara, der Elektronikmeile in der japanischen Hauptstadt Tokio, bieten Händler den neuen Chip bereits an.

Um allerdings juristische Auseinandersetzungen aus den Weg zu gehen, wird für den Chip nicht aktiv Werbung betrieben. Teilweise verkünden Plakate nur, dass der „R4“ zwar verfügbar sei, aber man in den Läden keinerlei Auskünfte darüber gäbe, was dieser Chip genau macht. „Sie wissen was er macht!“, heißt es stattdessen teilweise auf den Plakaten. Viele Händler sind außerdem der Ansicht, dass der Chip in eine Art Grauzone falle. Selbst wenn dessen Verkauf nicht illegal wäre, wäre so ziemlich alles illegal, was die Käufer damit anstellen würden.

Das Nintendo DS gehört weltweit zu den am besten verkauften Spielekonsolen. Aufgrund der enormen Verbreitung erfreut sich die mobile Spielekonsole auch eine enormen Beliebtheit unter den Spieleherstellern. Kein Wunder also, dass der „R4“ nicht nur Nintendos Geschäft beeinträchtigt, sondern auch das der Partnerunternehmen. Theoretisch müsste ein Käufer des "R4"-Chips nie wieder eine Software für die Konsole kaufen, sondern könnte sich stattdessen mit illegal im Internet verbreiteten Kopien be- und vergnügen.

Einem Bericht der britischen „Times“ zufolge, sind Experten erstaunt darüber, das ein solches Produkt überhaupt außerhalb von China angeboten wird. Ein Analyst ist gar der Ansicht, dass die Piraterie dadurch einen neuen Höhepunkt erreiche. Immerhin würde der Kauf des „R4“ bedeuten, dass ein Besitzer eines Nintendo DS nie wieder legal Software erwerben müsste, sondern müsste nur die im Internet kursierenden Raubkopien der Spiele herunterladen. „Wir werfen einen genauen Blick auf die Produkte und studieren sie. Aber wir können sie nicht alle zerstören“, sagte ein Nintendo-Sprecher gegenüber der Zeitung.

0 Kommentare zu diesem Artikel
13082