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Selbstjustiz im Netz?

17.02.2011 | 15:50 Uhr |

Eine Gruppe, die sich "Happy Ninjas" nennt, spielt im Netz Räuber und Gendarm. Sie greifen Marktplätze für gestohlene Kreditkartendaten an, hacken die Server und veröffentlichen die Log-Dateien. Hauptzielscheibe sind bislang Foren und Server der deutschsprachigen Carder-Szene.

Nach Angriffen im Dezember auf carders.cc und andere Untergrundmarktplätze hat eine Gruppe selbst ernannter Netzpolizisten im Januar weitere Attacken auf Handelsplattformen für gestohlene Kreditkartendaten ausgeführt. Die angegriffenen Server gehören vermutlich zur gleichen Gruppe wie das im letzten Jahr gehackte Carder-Forum.

Der Antivirushersteller G Data aus Bochum berichtet in seinem englischsprachigen Security Blog über seine Beobachtungen der Aktionen dieser "Happy Ninjas", wie sich sich nennen. In diesem Jahr haben sie sich der Plattformen "Swissfaking" und "V*****24" angenommen. Sie sind in die Server eingedrungen und haben die Protokollfunktion aktiviert. Nach einiger Zeit haben sie die so gesammelten Daten abgegriffen und veröffentlicht.

In den Kommunikationskanälen der Online-Kriminellen sind in der Folge Warnungen aufgetaucht, in denen die Forenbetreiber ihre Mitglieder auffordern ihre Passwörter zu ändern und keine Geschäfte im Forum abzuwickeln. Sie behaupten allerdings, die Server-Ausfälle seien nicht darauf zurück zu führen, dass die Server gehackt wurden. Vielmehr habe man lediglich ein Software-Update durchgeführt.

Die Happy Ninjas geben in ihren hinterlassenen Botschaften an, sie seien keine rivalisierende Kiddy-Gruppe. Sie bezeichnen sich als "Wächter", die heimlich die Szene beobachteten. Zu groß gewordene Szene-Plattformen würden dicht gemacht. Für die angegriffenen Online-Kriminellen ergibt aus der Veröffentlichung der Log-Dateien ein weiteres Problem: auch Ermittlungsbehörden können darauf zugreifen.

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