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Nigeria Connection: Polizei verhaftet 12 Täter

27.02.2006 | 16:11 Uhr |

In den Niederlanden wurden zwölf Nigerianer verhaftet, die insgesamt zwei Million Dollar ergaunert haben sollen.

In der letzten Woche gelang der niederländischen Polizei ein Schlag gegen die so genannte "Nigeria Connection". Bei Einsätzen in Amsterdam und Zaandam wurden zwölf Männer nigerianischer Herkunft festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Opfer, meist US-Bürger, um insgesamt mindestens zwei Millionen Dollar betrogen zu haben.

Bei den Verhaftungen waren 70 Polizeibeamte beteiligt sowie sieben Mitarbeiter der US Postal Service Inspection, die sich mit Mail-Betrug befasst. Die Vereinigten Staaten haben bereits für vier der Verhafteten die Auslieferung in die USA beantragt. Die übrigen acht werden in den Niederlanden vor Gericht gestellt.

Mit dem Begriff Nigeria Connection wird eine Art Volkssport in Nigeria bezeichnet. Die Täter schreiben potenzielle Opfer vorwiegend per Mail, aber auch per Fax oder Briefpost an. Sie erzählen eine Geschichte über einen Menschen, der verstorben sei und viel Geld hinterlassen habe. Sie geben sich oft als Bankangestellte oder Anwälte aus, die vergebens nach Angehörigen des Verstorbenen gesucht hätten.

Die Angeschriebenen sollen vorgeblich mithelfen, das Geld außer Landes zu schaffen, indem sie sich als Erben des Verstorbenen ausgeben. Sie sollen zunächst vergleichsweise geringe Beträge für angebliche Auslagen wie Bestechungsgelder oder für die Ausstellung von Dokumenten überweisen. Teilweise erhalten sie dann per Mail Kopien mehr oder weniger primitiv gefälschter Dokumente, die beweisen sollen, dass die Opfer als berechtigte Erben anerkannt sind.

Es geht dabei regelmäßig um mehrere Millionen Euro - das Geld existiert jedoch nicht, die Geschichten sind frei erfunden. Die Opfer sehen das bereits gezahlte Geld nie wieder, die vermeintliche Erbschaft bleibt ein Traum. Andere Varianten der nach dem entsprechenden Paragrafen des nigerianischen Gesetzbuchs auch als "419-Fraud" bezeichneten Betrugsmasche versprechen hohe Lotteriegewinne, die bereits zugeteilt sein sollen.

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