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Nigeria-Connection: Erste Festnahmen

15.10.2002 | 13:55 Uhr |

Die Mails der so genannten "Nigeria-Connection" sollten mittlerweile derart bekannt sein, dass sie ungelesen dahin wandern, wo sie hingehören - in den Papierkorb. Der groß angelegte Internetbetrug findet auch nach Jahren immer wieder Opfer, die zum Teil um ihr komplettes Hab und Gut gebracht werden. Jetzt können Ermittlungsbehörden erste Erfolge vermelden.

Viele Internet-Nutzer haben bereits eine Mail der so genannten "Nigeria-Connection" erhalten. In dem mehr oder weniger seriös aufgemachten Schreiben bittet ein nigerianischer Minister oder ein anderes Regierungsmitglied um Mithilfe, Millionen von Dollar außer Landes zu schaffen. Einzige Voraussetzung: Der Anwender müsse ein Konto zur Verfügung stellen. Sollte der Deal gelingen, winkt dem Kontoinhaber als "Entschädigung" eine Provision im einstelligen Millionenbereich - soweit die Theorie.

Seit Jahren geistern Mails dieser Machart durchs Internet und fast ebenso lange wird vor diesen gewarnt. Doch immer noch fallen gutgläubige Anwender auf das allzu verlockende Angebot herein. So werden die freigegebenen Konten komplett leer geräumt, oder es müssen Vorauszahlungen geleistet werden, um nigerianische Beamte zu "schmieren".

Von den angeblichen Millionen sieht das Opfer keinen Cent - nach dem Abenteuer ist er jedoch um mehrere hundert oder tausend Dollar ärmer, in den schlimmsten Fällen ging sogar alles Hab und Gut verloren.

Die Drahtzieher hinter dem groß angelegten Betrug blieben bisher im Verborgenen. Jetzt vermelden Ermittlungsbehörden erste Erfolge gegen die Gruppe: So wurden in Südafrika 22 Nigerianer festgenommen, die in Zusammenhang mit gefälschten Websites renommierter Banken stehen sollen. Über diese Seiten sollten die Opfer, die zunächst per Mail angelockt wurden, Konten eröffnen und horrende Gebühren zahlen, berichtet unsere Schwesterpublikation "PC World" .

Die Komplexität der gefälschten Seiten lässt die Ermittler vermuten, dass sie nicht ausschließlich in Nigeria angefertigt wurden, und ein Netzwerk der organisierten Kriminalität hinter dem Betrug steckt.

Obwohl die Masche bereits einige Jahre auf dem Buckel hat (PC-WELT warnte bereits im Jahr 2000), fallen noch viele auf den Schwindel herein. Ermittler gehen davon aus, dass durchschnittlich fünf Personen täglich aus den USA nach Europa fliegen, um dort angebliche Kontaktpersonen für den Millionen-Deal zu treffen. Erst vor Ort bemerken sie, dass sie Opfer eines Betruges wurden, da die Kontaktpersonen nicht auftauchen. Schätzungen zufolge brachte diese Masche den Hintermännern bislang mehr als fünf Milliarden Dollar ein.

Website gegen "Nigeria"-Spam-Mails (PC-WELT Online, 27.03.2002)

Vorsicht: Nigeria-Connection sucht Opfer (PC-WELT Online, 08.08.2000)

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