03.01.2005, 09:45

Eric Bonner, Computerwoche

Niederlande verurteilen erste Spammer

In den Niederlanden sind erstmals Geldstrafen gegen Versender elektronischer Postwurfsendungen verhängt worden.
In den Niederlanden hat die TK-Regulierungsbehörde OPTA, die auch für aus dem Land herrührenden Spam zuständig ist, erstmals drei separate Geldstrafen gegen Versender elektronischer Postwurfsendungen verhängt. Dies berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche. Im Mai hatte die Regierung unerwünschte Mail an Verbraucher verboten. "Wir haben seit Mai über eine spezielle Website Beschwerden über Spam gesammelt", erklärte ein Sprecher der Behörde. "Jetzt nehmen wir uns größere Spammer in diesem Land vor, und dies sind die ersten Ergebnisse."
Am teuersten wurde der Spam-Versand mit 42.500 Euro für eine Einzelperson, die in gleich vier Firmen mit drinhing. Zu 25.000 Euro Strafe wurde die Ein-Mann-Druckerei Groenendaal verdonnert, die per Mail zu Bestellungen von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" einlud. "Abgesehen davon, dass die Firma Spam verschickte, steht dieses Werk auf dem Index", so der OPTA-Sprecher.
20.000 Euro schließlich muss die Gruppe Yellow Monday zahlen, die Spam via SMS auf Mobiltelefone verschickt hatte. "Dies war der bösartigste von allen Spams, weil Verbrauchern, die die Nachricht öffneten, automatisch ein Euro abgebucht wurde", erläutert der OPTA-Mann. Seine Behörde habe ein Programm zum Informationsaustausch mit anderen europäischen Regulierern im Kampf gegen Spam initiiert, sagte er weiter. Bislang seien acht mit an Bord, man wolle aber alle 25 Mitgliedsstaaten mit ins Boot holen.
"Wir müssen ehrlich sein: Wir erwarten nicht, dass wir Spam komplett ausrotten - das wäre eine Illusion", räumte der Sprecher ein. "Aber wir geben unser Bestes." Dazu arbeite unter anderem das niederländische Wirtschaftsministerium an einem Gesetzentwurf, der das Spam-Verbot auch auf die Geschäftswelt erweitere.
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