62712

Nie wieder Spam-Mail?

08.11.2000 | 11:55 Uhr |

Das Versenden unaufgeforderter Werbe-Mails an Geschäftsadressen ist unzulässig. Ein Urteil des Landgerichts Berlin hat festgestellt, dass selbst erste Anfragen per Mail gegen geltendes Recht verstossen. Besteht auch für Privatpersonen Hoffnung, in Zukunft von den lästigen Plagegeistern verschont zu bleiben?

Das Versenden unaufgeforderter Werbe-Mails an Geschäftsadressen ist unzulässig. Selbst erste Anfragen per Mail verstossen gegen geltendes Recht, wie ein Urteil des Landgerichts Berlin festgestellt hat. Besteht nun auch für Privatpersonen Hoffnung, in Zukunft von diesen lästigen Plagegeistern verschont zu bleiben?

Das Landgericht Berlin hat ein richtungweisendes Urteil gegen das Versenden unerwünschter Werbemails gesprochen (Az.: 16 O 115/00). Demnach ist es untersagt, an Geschäftsadressen unaufgefordert Mails mit Werbeinhalten zu versenden. Sogar die Anfrage, ob weitergehende Informationen erwünscht sind, sei unzulässig, so die Zeitschrift "Kommunikation und Recht".

Auslöser für dieses Urteil war die Klage eines erbosten Rechtsanwalts, an dessen berufliche Mailadresse unaufgefordert Werbung für einen Newsletter verschickt worden war. Das Gericht gab der Unterlassungsklage des Advokaten statt und untersagte diese Vorgehensweise grundsätzlich, da ein " Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb" vorliege.

Das Gericht stellte jedoch auch fest, dass man solche Anfragen akzeptieren muss, wenn man sich zuvor in eine Mailingliste eingetragen hat. Die Herausgeber des Newsletter hatten dem Juristen nämlich genau dies fälschlicherweise unterstellt. Das Berliner Urteil ist ein erster wichtiger Schritt gegen eines der lästigsten Übel des Internets: Spam.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass das Beispiel Schule macht und auch Privatpersonen künftig keine unerwünschte Werbemails mehr in ihren virtuellen Briefkästen vorfinden. Dies kann man unter Umständen auch anders erreichen, wenn man sich noch gründlicher als bisher überlegt, ob und in welche Maillinglisten man sich einträgt. (PC-WELT, 08.11.2000, hc)

Werbeflut per Mail (PC-WELT online, 29.09.2000)

Hilfe gegen Spam (PC-WELT online, 26.09.2000)

Auf Newsletter folgt Porno-Angebot (PC-WELT online, 25.05.2000)

AOL wegen Mail-Sperre verklagt (PC-WELT online, 04.04.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
62712