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Nicht immer ist es Abzocke: Verkauf von Heft-CDs ist legal

26.08.2004 | 15:05 Uhr |

Nicht immer steckt Betrug oder Abzocke dahinter, wenn sich jemand bei Ebay-Auktionen geprellt fühlt. In diesem Fall geht es um Angebote von Software-Vollversionen.

Nicht immer steckt Betrug oder Abzocke dahinter, wenn sich jemand bei Ebay-Auktionen geprellt fühlt. In diesem Fall geht es um Angebote von Software-Vollversionen.

Der Verkäufer hat Vollversionen für 1 Euro eingestellt. In seiner Beschreibung hat er den Ladenpreis des Produktes genannt. Er hat darauf hingewiesen, dass die abgebildete Verpackung nicht zu seinem Angebot gehört. Sein Angebot bezieht sich lediglich auf eine CD in einer ungeöffneten Papierhülle, die Software wird ohne Verpackung und ohne Bedienungsanleitung verkauft.

Was also hat die Käufer gestört? Bei den angebotenen CDs handelte es sich um Software-CDs aus Computerzeitschriften. Die Käufer waren der Meinung, man hätte sie betrogen – schließlich seien diese CDs Gratis-Beigaben zur Zeitschrift.

Hier liegt jedoch weder Betrug vor noch geht es um Abzocke. Rechtsanwalt Johannes Richard ( www.internetrecht-rostock.de ), zu diesem Fall befragt, stellt klar: „Rechtlich völlig in Ordnung. Es spricht nichts dagegen, dass jemand CDs, die er zusammen mit einer Zeitschrift erworben hat, weiterverkaufen darf. Und der Käufer hat ja bekommen, wofür er geboten hat: Die Vollversion einer Software.“

Auch wenn sich nun jemand ärgert, dass er ein Programm für über 30 Euro erworben hat, das er auch für knapp 4 Euro mit dem Kauf des Heftes hätte bekommen können: Hier gibt es keinen Grund zur Beschwerde.

Aber Achtung: Wer jetzt möglicherweise darüber nachdenkt, seine alten Heft-CDs noch zu Geld zu machen: Manche Scheiben enthalten Programme, etwa Kopierschutzknacker, die heute nicht mehr verkauft werden dürfen!

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